Eingeschränkter Betrieb in den Kindertageseinrichtungen bis mindestens Mitte Februar
„Eine Tüte Kita für zu Hause“

Gescher. Elly (4) kramt neugierig in der Tüte mit der Clownsfigur. Drinnen sind Luftschlangen, ein Karnevalslied, ein Rätsel, ein Rezept und Ausmalbilder mit närrischen Motiven – weil in Gescher gerade Karnevalszeit ist. Die Tüte darf sie mitnehmen, damit sie sich auch zu Hause beschäftigen kann. So wie Elly erhalten alle Kinder, die eine der vier katholischen Kindertageseinrichtungen in Gescher besuchen, regelmäßig „eine Tüte Kita für zu Hause“. „Kinder, die in ihrer Familie betreut werden, bekommen ihre Tüte gebracht“, erläutert Marcel Winking. Er leitet den Pankratius-Kindergarten und betreut mit seinem Team üblicherweise 66 Kinder in drei Gruppen. Derzeit läuft wegen der Corona-Lage ein „eingeschränkter Betrieb“ – nur 20 bis 25 Kinder sind im Haus und müssen sich in ihren Gruppen aufhalten. Ähnlich sieht es in den anderen Einrichtungen des Verbundes – Maria Goretti, Ludgerus und Marien – aus: Auch hier sind nur etwa ein Drittel der Kinder anwesend. „Das ist eine Herausforderung für alle. Aber es läuft gut“, stellt Winking fest.

Mittwoch, 27.01.2021, 06:37 Uhr
Eingeschränkter Betrieb in den Kindertageseinrichtungen bis mindestens Mitte Februar: „Eine Tüte Kita für zu Hause“
Teilhabe am Kindergartenalltag: Jedes Kindergartenkind erhält regelmäßig „eine Tüte Kita für zu Hause“, damit es sich beschäftigen kann. Das Bild zeigt (von links) Milo, Jonah und Elly mit Kindergartenleiter Marcel Winking vor dem Pankratius-Kindergarten. Foto: Jürgen Schroer

Noch mindestens bis Mitte Februar gilt die aktuelle Situation. In NRW sind alle Familien aufgerufen, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Wer dazu nicht in der Lage ist, kann sein Kind weiterhin zur Kita bringen. Allerdings werden alle gebuchten Betreuungsumfänge pauschal um zehn Wochenstunden reduziert. Und auch der Kita-Alltag sieht anders aus als gewohnt: „Nach unserem Werkstattprinzip dürften die Kinder eigentlich überall herumschwirren. Das geht jetzt leider nicht. Die Kinder bleiben in festen Gruppen, um das Infektionsrisiko zu senken“, erläutert Winking. Das kann dazu führen, dass befreundete Kinder aus unterschiedlichen Gruppen nicht miteinander spielen dürfen und sich mit einem „Hallo“ auf dem Flur begnügen müssen. „Aber wir haben den Kindern erklärt, warum das so ist. Sie verstehen das“, sagt Marcel Winking. Und freut sich, dass die Kinder die ungewöhnlichen Umstände annehmen: „Sie sind trotzdem fröhlich“, sagt er.

Die Erzieherteams geben sich alle Mühe, um auch mit den Kindern, die zu Hause sind, in Verbindung zu bleiben. Neben der „Tüte Kita“ halten sie Mail-Kontakt zu den Eltern, schicken Bastelangebote, Liedtexte oder eine Vorlesegeschichte. Das kommt gut an, und oft dürfen sich die Erzieher über Rückmeldungen freuen.

All das ersetzt natürlich nicht den normalen Kindergartenalltag, den sich alle sehnlichst herbeiwünschen. „Marcel, kannst Du Corona nicht wegmachen“, wird der Leiter schon mal gefragt. Und muss leider verneinen... Im Pankratius-Kindergarten, der im Vorjahr wie schon alle anderen Einrichtungen des Verbundes als Familienzentrum zertifiziert worden ist, gelten weiterhin die bekannten AHA-Regeln. Auch wenn sich Abstand bei der Kinderbetreuung nicht immer einhalten lässt. „Manchmal braucht ein Kind eine Kuscheleinheit“, weiß Winking. Hilfreich sei, dass das Land den Einsatz von Alltagshelfern in den Kitas fördere – pro Kita gibt es eine Kraft, die das Erzieherteam bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen unterstützt. Dazu zählt die Begleitung der Kinder beim Händewaschen, Hilfe beim Umziehen oder das Desinfizieren von Flächen. Diese Regelung gilt bis Juli 2021.

Von Coronafällen ist das Familienzentrum Gescher im katholischen Verbund bislang verschont geblieben. Dazu trägt auch bei, dass sich Erzieherinnen nach den aktuellen Vorgaben alle zwei Wochen anlasslos auf Corona testen lassen dürfen.

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