Extremes Winterwetter dauert an – A 31-Anschlussstelle Gescher/Coesfeld bis Mittwochmittag gesperrt
Stalldach bricht unter Schneelast ein

Gescher. Schneeberge, wohin das Auge blickt: Auch gestern hat der massive Wintereinbruch das öffentliche Leben gelähmt und viele Gescheraner zu ungewohnter Aktivität an frischer Luft verdammt: Schnee schippen. Stunden später das gleiche Spiel, weil weitere Flocken vom Himmel gefallen sind. Nach dem vergleichsweise ruhigen Wochenende – es gab keinen Stromausfall wie beim Schneechaos 2005 und bei Verkehrsunfällen im Kreis Borken blieb es meist bei Blechschäden – war gestern auch die Feuerwehr gefordert: Gegen 9.20 Uhr wurde sie zu einem Hof in Estern alarmiert. Dort war aufgrund der Schneelast das Dach eines tierfreien Stallgebäudes eingestürzt. Ein weiteres Dach drohte einzustürzen. Daraufhin wurde die betroffene Dachfläche mit Hilfe des Teleskopmastes von den Schneemengen befreit. Nach gut zwei Stunden war der Einsatz für die drei ausgerückten Feuerwehrmänner beendet.

Dienstag, 09.02.2021, 06:34 Uhr
Extremes Winterwetter dauert an – A 31-Anschlussstelle Gescher/Coesfeld bis Mittwochmittag gesperrt: Stalldach bricht unter Schneelast ein
Auf einem Bauernhof in Estern ist dieses alte Stallgebäude, in dem sich glücklicherweise keine Tiere befanden, eingestürzt – das Dach war der großen Last der Schneemassen nicht gewachsen. Fotos (2): FFG Foto: az

„Wir geben unser Bestes“, sagte Bauhofleiter Ralf Jürgens. Seit Samstag 19 Uhr seien 30 Bauhofmitarbeiter im Zwei-Schicht-System im Dauereinsatz. Zwölf Fahrzeuge würden bei der Bekämpfung von Schnee und Eis eingesetzt, unterstützt durch Trecker eines Landwirtes mit Schneeschildern. Dennoch: „Die Straßen befinden sich nicht in einem Zustand, wie wir ihn gerne hätten“, sagte Jürgens. Obwohl Personal und Maschinen rund um die Uhr im Einsatz seien, „kommen wir nicht hinterher“. Besonders die Schneeverwehungen seien problematisch. Aber so sehe es zurzeit in der gesamten Region aus. Nach den gestrigen Schneefällen bleibe es zwar vorerst trocken, dafür aber bitterkalt. Bis zu minus 15 Grad seien vorhergesagt. Bei diesem strengen Frost werde nicht mehr gestreut, weil das Salzgemisch seine Wirkung verliere. Jürgens: „Dann beschränken wir uns aufs Schieben.“

Viele Anrufe erreichen den Bauhof mit der Bitte, auch Wohnstraßen zu räumen, weil Anlieger mit ihren Autos in den Schneemassen feststecken. „Das ist zurzeit nicht möglich“, bedauert Jürgens. Absoluten Vorrang hätten die Hauptstraßen im Stadtgebiet, bis sich die Situation entspannt habe.

Auch an vielen anderen Stellen macht sich die Extremwetterlage bemerkbar. Die A 31-Anschlussstelle Gescher/Coesfeld ist aufgrund von Schneeglätte in beide Fahrtrichtungen gesperrt worden. Nach Auskunft der Autobahnpolizei Münster wird diese Sperrung bis Mittwoch (10. 2.) um 12 Uhr beibehalten. Busse fahren nicht, die Westfalen Bus GmbH hat den Betrieb bis heute Mittag eingestellt. Auch die Müllabfuhr in Gescher ist nur mit Einschränkungen möglich. Hochbetrieb herrschte dagegen gestern am Rodelberg: Dort genossen viele Kinder die schönen Seiten des Winters.

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