Landwirte suchen nach Lösungen/ Züchtungen mit hoher Trockentoleranz gefragt
Ständiger Kampf mit dem Wetter

Gescher. Niederschlag in Form von Regen sei den Landwirten allemal lieber als Schnee. Das macht Ortslandwirt Bernhard Bronnert deutlich. Auch wenn es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder stark geregnet habe, betont Bronnert: „Wir können das Wasser wohl alle noch gebrauchen.“

Donnerstag, 04.03.2021, 12:08 Uhr
Landwirte suchen nach Lösungen/ Züchtungen mit hoher Trockentoleranz gefragt: Ständiger Kampf mit dem Wetter
Bis Ortslandwirt Bernhard Bronnert (kleines Bild) und seine Berufskollegen beginnen, die Felder zu bestellen, dauert es noch. Das Wetter und dessen Auswirkungen auf die Vegetation stellen stets eine große Herausforderung dar. Fotos: Archiv/pixabay Foto: az

Denn die vergangenen trockenen Sommer hätten den Böden stark zugesetzt. Die Wasserreserven seien immer noch nicht genügend aufgefüllt. Aber starker Schneefall, wie es diesen Anfang Februar gegeben hat, sei auch nicht gut, weil bei der späteren Schmelze zu viel Wasser gleichzeitig anfalle. „Eine Schneeschicht von bis zu zehn Zentimetern lassen wir uns als Landwirte gefallen“, kommentiert der Fachmann. Alles, was darüber hinausgehe, sorge später, wenn es wieder wärmer werde, für sehr matschigen Boden, der schlecht zu bearbeiten sei.

Insgesamt müssten die Landwirte jedes Jahr erneut vermehrt mit Wetterextremen rechnen, sagt Bronnert. Aber er lasse sich nicht von Daten schrecken, die für ganz Deutschland erhoben werden. So hat Bastian Lehnert, Fachberater in der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer, kürzlich auf eine Informationsquelle, aus der er als Agrar-Ingenieur regelmäßig schöpft, aufmerksam gemacht: auf den sogenannten Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig. Danach fallen Teile des Westmünsterlands noch immer in die dritthöchste Kategorie der Farbenskala, die Aufschluss über die aktuellen Bodenverhältnisse gibt. „Schwere Dürre“ wird dort angezeigt.

Doch Bronnert meint dazu, dass es selbst in Gescher höchst unterschiedlichen Werte geben würde. Sogar bei zwei benachbarten Flächen könne man das beobachten. Während eine Grünlandfläche aktuell einen sehr guten Eindruck mache, könne man direkt daneben eine Ackerlandfläche mit einem bescheidenen Grundwasserkörper entdecken. Jeder Landwirt kenne seine eigenen Flächen und deren Beschaffenheit sehr genau, betont Bronnert. „Die Wasserhaltefähigkeit der Böden ist höchst unterschiedlich.“ Falls eine Fläche für eine bestimmte Nutzung nicht in Frage komme, sei es gerade im Münsterland schwierig, auf eine andere Fläche auszuweichen. „Der Pachtmarkt ist heiß begehrt“, sagt der Ortslandwirt.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und damit verbundenen heißen und trockenen Sommermonaten müssten die Landwirte auf Züchtungen mit hoher Trockentoleranz setzen.

Bernhard Bronnert macht eigene Sortenversuche zum Beispiel bei Mais. Dann würde er schon mal 30 verschiedene Sorten ausprobieren. Seine Devise lautet: „Setze niemals auf nur eine Sorte.“ Jeder Landwirt müsse viel Eigeninitiative entwickeln, um den Widrigkeiten der Witterung Paroli zu bieten. „Stillstand ist auf jeden Fall Rückschritt“, zeigt sich Bronnert überzeugt.

Neue Feldfrüchte, wie die Sojabohne, anzubauen, um dem Klimawandel zu begegnen, hält der Ortslandwirt in unserer Region für schwierig. Ohnehin sei der Anbau von Eiweißträgern, Leguminosen, ein großes Thema. „Aber für unsere Böden sind solche Pflanzen wohl eher nicht geeignet“, erläutert Bronnert. Man würde dafür schwere Böden und auch große Flächen benötigen.

Der Ortslandwirt resümiert, dass man in den vergangenen Jahren immer noch „mit einem blauen Auge“ davon gekommen sei, was die Schäden durch die langanhaltende Trockenheit betreffe. Jetzt im März machen sich Bronnert und seine Berufskollegen auf den Weg zum Grünland, um es zu düngen und zu pflegen. Außerdem werde die Gülle ausgefahren. Bronnert hofft, dass es in nächster Zeit nicht zu langanhaltendem strengen Frost kommt. Wenn dann nämlich noch der Ostwind hinzukommen würde, würden die Pflanzen erfrieren. Dann könne es unter Umständen lange dauern, bis sie sich wieder erholen.

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