Zweiter Bauabschnitt für den Bürgerwindpark hat begonnen
Erster Turm wächst bereits in die Höhe

Gescher. Seit Juni 2020 produziert eine Windenergieanlage der Firma Enercon E 82 in Büren Strom. Nun wächst eine weitere Anlage der Glockenstadt Energiegenossenschaft eG in der Bauerschaft Tungerloh-Pröbsting in die Höhe. Der Turmbau hat bereits begonnen.

Samstag, 06.03.2021, 07:02 Uhr
Zweiter Bauabschnitt für den Bürgerwindpark hat begonnen: Erster Turm wächst bereits in die Höhe
Groß ist die Freude über den Start des zweiten Bauabschnitts für die Glockenstadt Energiegenossenschaft eG und die Gescher Bürgerwind GmbH & Co.KG: (v.l.) Stefan Süß (stellvertretender Vorsitzender der Glockenstadt Energiegenossenschaft eG), Daniel Brüning (Vorstandsvorsitzender) sowie Mathias Ening und Franz van Üüm (beide Geschäftsführer der Gescher Bürgerwind GmbH & Co.KG). Foto: az

Der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt des Bürgerwindparks in der Glockenstadt ist gefallen, teilt Bürgerwind-Geschäftsführer Franz van Üüm mit. Die Gesellschaften freuen sich darüber, dass der Bau von fünf weiteren Anlagen nun Schritt für Schritt umgesetzt werden kann, davon vier vom Typ Vestas V 150-5.6 mit einer Gesamthöhe zwischen 200 und 241 Metern. Der Rotordurchmesser beträgt 150 Meter. Fast 47,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen diese Anlagen pro Jahr und können dann 13 600 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgen. Die Zuwegungen für die Baustellen sind schon erstellt, und die Baugruben ausgehoben. An zwei Standorten sind schon die Fundamente gegossen.

Eine weitere Windenergieanlage vom Typ Nordex N117 mit einer Nabenhöhe von 120 Metern, Gesamthöhe von 178 Metern und Leistung von 3,6 Megawatt entsteht in der Bauerschaft Estern. Diese wird im Jahr etwa 6,7 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom liefern und damit 1900 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgen.

Die Laufzeit der Windenergieanlage mit einer Gesamthöhe von knapp 180 Metern beträgt 20 Jahre. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen. „Wenn nichts dazwischenkommt“, kommentiert Franz Üüm mit Blick auf das Wetter und die Corona-Pandemie. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass die Anlage dann ans Netz gehen kann.

Diesmal seien die einzelnen Bauelemente wesentlich kleiner und daher leichter und könnten damit schneller und einfacher transportiert werden. Oftmals sei es in der Vergangenheit sehr aufwendig gewesen, Genehmigungen für Schwerlasttransporte zu erhalten. Und diese seien dann oft nur nachts unterwegs gewesen, um den Straßenverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

 Alle Gescheraner Bürger konnten sich an der Glockenstadt Energiegenossenschaft mit Geschäftsanteilen beteiligen und sich dadurch aktiv für den Klimaschutz einsetzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Gesamtinvestition der neuen Windenergieanlage in Estern beträgt 4,5 Millionen Euro und rechnet mit einem jährlichen Windertrag von sieben Millionen Kilowattstunden. Die prognostizierte Dividende für Genossenschaftsanteile liegt weiterhin bei 4,1 Prozent nach Steuern. „Bei einem guten Windjahr ist bei der Rendite noch etwas Luft nach oben“, weiß Alexander Grösbrink, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft. Mit einer Ausschüttung der ersten Dividende sei im Geschäftsjahr 2023 zu rechnen.

Am Windkraftobjekt (KG und Genossenschaft) sind mehr als 300 Bürger direkt beteiligt. Die Stadt gehört ebenfalls dazu. Die Gesellschaften zahlen jährlich Infrastrukturbeiträge an die Stadt Gescher und den Kreis Borken. Franz van Üüm fügt hinzu: „Für die Nutzung der Wirtschaftswege sind Beiträge an die Stadt Gescher geflossen. Diese sollten dann auch für Wirtschaftswege eingesetzt werden. Besonders stark beschädigte Straßenabschnitte werden von den Gesellschaften saniert. In Zukunft kann die Stadt mit größeren Gewerbesteuerzahlungen rechnen.“

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