Stadt plant Belegung von Zeitblöcken im Freibad
Schwimmkurse nachholen

Gescher. Nach einer Studie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus dem Jahr 2017 sind bundesweit 59 Prozent der Mädchen und Jungen keine sicheren Schwimmer, wenn sie die Grundschule verlassen. Ihnen fehlt das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 23 Prozent haben noch nicht einmal das Schwimmabzeichen Seepferdchen, das allerdings kein Nachweis für sicheres Schwimmen ist. Die Situation habe sich in der Corona-Pandemie verschärft, weil viele Schwimmbäder langfristig geschlossen sind und damit auch Schwimmkurse weiterhin ausfallen.

Mittwoch, 07.04.2021, 15:08 Uhr
Stadt plant Belegung von Zeitblöcken im Freibad: Schwimmkurse nachholen
Ob in diesem Sommer Schwimmkurse im Freibad Gescher angeboten werden können, ist zum aktuellen Zeitpunkt angesichts der Corona-Pandemie noch nicht klar. Foto: pexels.com

Unser Redaktionsmitglied Manuela Reher hat mit Kerstin Uphues, der Ersten Beigeordneten der Stadt Gescher, über die Situation in der Glockenstadt gesprochen.

Welche Schwimmkurse werden in normalen Zeiten von der Stadt/ vom Sportverein im Freibad/Hallenbad angeboten?

Kerstin Uphues: Die Stadt bietet jährlich sechs bis acht Schwimmkurse mit acht bis zehn Teilnehmern im Freibad Gescher an. Zielgruppe ist jeweils der Einschulungsjahrgang, damit den Grundschulen der Schwimmunterricht im Freibad erleichtert/ermöglicht wird. Ziel ist das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“. Aufgrund eines bestehenden Kooperationsvertrages bietet das Freibadteam vor den Sommerferien den DRK-Kitas Schwimmkurse an. Darüber hinaus werden Ferienschwimmkurse in den Sommerferien angeboten. Der TV Gescher bietet in der Regel jährlich weitere Schwimmkurse an. Zusammen wird dadurch der größte Teil der Kinder, die mit fünf bis sechs Jahren noch nicht schwimmen können, abgedeckt.

Welche Kurse haben im vergangenen Jahr stattgefunden?

Kerstin Uphues: Seitens der Stadt Gescher keine; der TV Gescher wollte vier Schwimmkurse Ende Oktober 2020 anbieten, dann kam aber der Lockdown. Die Gesamtschule Gescher ist im vergangenen Jahr nach den Sommerferien noch regelmäßig schwimmen gegangen, dafür wurde das Freibad aufgelassen.

Welche Angebote sind in diesem Jahr geplant?

Kerstin Uphues: Dies ist von den derzeit unkalkulierbaren Umständen abhängig. Es gibt Überlegungen, Zeitblöcke im Freibad Gescher für Schwimmkurse zu belegen, um eventuelle Rückstände kompensieren zu können.

Befürchten Sie, dass mehrere Jahrgänge das Schwimmen nicht erlernt haben und es daher demnächst vermehrt zu Badeunfällen kommen könnte?

Kerstin Uphues: Nein, wir wollen das auf jeden Fall mittelfristig in den Kooperationen mit Schule und Verein kompensieren.

Gibt es Reaktionen von Eltern, die sich über ausgefallene Schwimmkurse beklagen?

Kerstin Uphues: Nein, aber Anfragen für die Sommerschwimmkurse gibt es bereits wie jedes Jahr.

Wird in den Schulen ermittelt, wie viele Kinder schwimmen können?

Kerstin Uphues: Das wird mit jedem fünften Jahrgang der Gesamtschule Gescher abgefragt. Die Kinder, die dann noch nicht schwimmen können, sind bisher immer innerhalb einer städtisch geförderten Arbeitsgemeinschaft nach Stadtlohn zum Hallenbad gefahren, um den Rückstand aufzuholen. Der Schwimmunterricht der Schulen konnte bisher nach Anmeldung der Lehrer von einem Schwimmmeister begleitet werden, der sich dann um die einzelnen verbliebenen Nichtschwimmer kümmert.

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