An den Grundschulen befinden sich gut 90 Kinder in der Notbetreuung und werden zweimal pro Woche getestet
„Achterbahn in der Nase“ gehört dazu

Gescher. Etwas „Achterbahn in der Nase“, anschließend „Suppe kochen“ und warten – maximal 15 Minuten später kommt das (hoffentlich) negative Testergebnis und gibt ein gutes Gefühl für die weitere Unterrichtszeit. So oder ähnlich läuft es ab, wenn sich die Kinder in den Grundschulen einem Corona-Selbsttest unterziehen. Während für die meisten Grundschulkinder in der ersten Woche nach den Osterferien wieder Homeschooling angesagt ist, befinden sich rund 90 Schüler in der Notbetreuung – etwa 40 an der Von-Galen-Schule, gut 50 an der Pankratiusschule mit den beiden Teilstandorten Gescher und Hochmoor. Für sie gilt die Verpflichtung, zweimal wöchentlich Corona-Selbsttests zu machen. „Das klappt ganz gut“, hat Von-Galen-Schulleiterin Petra Roters festgestellt, auch wenn der organisatorische und pädagogische Aufwand enorm sei. Die Lehrer geben Hilfestellung bei den Selbsttests, das Teststäbchen führen sich die Kinder selbst in die Nase.

Mittwoch, 14.04.2021, 06:38 Uhr
An den Grundschulen befinden sich gut 90 Kinder in der Notbetreuung und werden zweimal pro Woche getestet: „Achterbahn in der Nase“ gehört dazu
An der Von-Galen-Schule zeigt Schulleiterin Petra Roters, wie die Corona-Selbsttests funktionieren. Für die Röhrchen mit der Testflüssigkeit haben einige Kinder Halter aus Lego gebaut. Gestern fand für die Kinder in der Notbetreuung die erste Testung statt – ohne Probleme. Foto: Jürgen Schroer

Für Schüler, Eltern und Lehrer war es ein Paukenschlag zum Ferienende: Wegen der Corona-Lage ordnete das NRW-Schulministerium für die laufende Woche „Distanzunterricht“ an – mit Ausnahme der Jahrgänge, die sich auf einen Abschluss vorbereiten. Für die Gesamtschule in Gescher bedeutet das, dass nur die Jahrgänge 10 und 12 mit Präsenzunterricht starten konnten. Auch die Grundschüler müssen zu Hause bleiben – mit Ausnahme jener Kinder, die für die Notbetreuung angemeldet worden sind. „Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass es mit Wechselunterricht weitergeht“, so Pankratius-Schulleiterin Birgit Knauer. Wieder einmal sei es anders gekommen als erwartet. Kollegin Roters bedauert die schon häufiger praktizierte Kommunikationsweise: Sie habe über die Medien erfahren, dass die Schulen nach den Osterferien geschlossen bleiben – und erst später per Mail die entsprechende Information aus dem Düsseldorfer Schulministerium erhalten.

Glücklicherweise sind die Voraussetzungen für organisatorische Regelungen und Distanzunterricht deutlich besser als im Vorjahr. Mit der Plattform IServe und dem zugehörigen Netzwerk habe die Stadt Gescher als Schulträger eine gute Lösung realisiert. Dennoch wurden die Schulen mit der eingeführten Testpflicht für anwesende Schüler vor neue Herausforderungen gestellt. Erst am Wochenende sind die Kartons mit jeweils über 600 Selbsttests für die beiden Grundschulen geliefert worden. „Wir mussten selbst erst einmal ausprobieren, wie das geht“, berichtet Petra Roters. Die Eltern wurden per Anschreiben über die Situation und die Testpraxis informiert. Beigefügt waren Bild-Wort-Karten, die den Test veranschaulichen. Die Eltern wurden aufgefordert, mit ihren Kindern darüber zu sprechen und ihren Kindern alles zu erklären – auch, um mögliche Ängste zu nehmen. Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme an wöchentlich zwei Corona-Selbsttests ist Voraussetzung für den Besuch der Schule. Alternativ können die Kinder einen negativen Coronatest vorlegen, der höchstens 48 Stunden zurückliegt.

Spielerisch wurden die Kinder am Montag auf den ersten Selbsttest vorbereitet. Einige bauten Halter aus Lego für die Röhrchen mit der Testflüssigkeit oder probierten aus, wie es sich mit einer Wäscheklammer fixieren lässt. In diese Flüssigkeit wird das Stäbchen gehalten, nachdem die „Achterbahnfahrt“ in der Nase stattgefunden hat. Unter Anleitung der Lehrer machten die Kinder in der Notbetreuung gestern prima mit. „Hat gekitzelt“, lautete in den meisten Fällen das lässige Urteil...

Wie es in der kommenden Woche weitergeht, wissen die beiden Schulleiterinnen noch nicht. „Wir hoffen zumindest auf Wechselunterricht. Kinder brauchen Schule und Strukturen“, sagt Birgit Knauer. In jedem Fall dürfte in den Schulen weiter getestet werden – Kitzeln in der Nase inklusive.

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