Hotel zur Krone und Haus Wübbeling haben ihre Festsäle zu Corona-Teststellen umgebaut
Testen statt zu tanzen

Gescher. Dort, wo in normalen Zeiten Feste in Hotels und Gaststätten gefeiert werden, finden sich seit geraumer Zeit besondere Gäste ein. Es sind Menschen, die den Bürgerschnelltest in Anspruch nehmen wollen. Denn es sind Corona-Zeiten.

Montag, 19.04.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 15:19 Uhr
Hotel zur Krone und Haus Wübbeling haben ihre Festsäle zu Corona-Teststellen umgebaut: Testen statt zu tanzen
Mit großer Sorgfalt werden die Proben des Corona-Tests ausgewertet. Foto: az

Die Gastwirte, deren Lokale aktuell wegen der Corona-Schutzverordnung und des damit verbundenen Lockdowns im Dornröschen-Schlaf weilen, haben diese Teststellen in ihren Häusern eingerichtet.

Während im Hotel zur Krone bereits seit dem 7. April getestet wird, wird das Haus Wübbeling in Hochmoor ab Mittwoch (21. 4.) eine weitere von dann insgesamt fünf Anlaufstellen in der Glockenstadt sein.

Im Hotel zur Krone arbeitet Christine Pelz mit ihrem Team sieben Tage in der Woche daran, dass die Bevölkerung die Bürgertests nutzen kann. Gastwirt Hubertus Grimmelt hat den Saal entsprechend hergerichtet. Stellwände sorgen dafür, dass beim Testen auch ein wenig Privatsphäre sichergestellt ist. Die Menschen durchlaufen drei Stationen: Annahme, Testung und Auswertung. Falls der Corona-Test positiv ausfällt, werde das dem Gesundheitsamt gemeldet. „Diese Behörde kümmert sich dann um alle weiteren Maßnahmen“, erläutert Christine Pelz. Sie hat für ihre Teststelle eine eigene Firma unter dem Namen CP Care gegründet. Rund 20 Kräfte kümmern sich um die Personen, die getestet werden wollen. Sie selbst kommt aus dem zahnmedizinischem Bereich. Ein Teil der Kräfte gehört zum Personal des Hotels zur Krone. Mira Glade, die normalerweise in der Buchhaltung des Hotels tätig ist, sagt: „Ich bin sehr froh, dass ich nun in der Teststelle eine Beschäftigung habe. Es ist schön, das Gefühl zu haben, damit den Menschen weiterhelfen zu können.“ Alle Kräfte in der Teststelle haben eine Schulung erhalten, um die Bürgertests ordnungsgemäß durchführen zu können. Für Kinder gibt es kindgerechte Tests. Die Bürger wissen es zu schätzen, dass sie mitten in der Innenstadt einen Corona-Test machen lassen können, kommentiert Christine Pelz. Das sei gerade für ältere Menschen eine enorme Erleichterung.

Und Hubertus Grimmelt fügt hinzu, dass man die Testung hervorragend mit einem Besuch auf dem Wochenmarkt verbinden könne. Wichtig sei vielen auch, dass sie ganz spontan in der Teststelle eintreffen dürfen, ohne sich vorher mit der Chayns-App anmelden zu müssen. Denn schließlich sei nicht jeder mit dem Internet vertraut, sagt Grimmelt. Man könne auch ganz einfach in der Gaststätte anrufen, um sicherzustellen, dass man keine Wartezeit in Kauf nehmen müsse.

Auf jeden Fall werde die Teststelle bisher sehr gut angenommen, betont Christine Pelz. Und man könne so manchem Einwohner die Angst nehmen, dass das Teststäbchen vom Nasenloch bis ins Gehirn wandert. Das sei mitnichten der Fall.

Auch Gastwirt Stefan Wübbeling vom Haus Wübbeling in der Pappelallee in Hochmoor hat sich vorgenommen, Vorbehalte gegen den Test auszuräumen. Er empfängt die Menschen, die sich testen lassen möchten, ebenfalls im Festsaal. Viele würden bestimmt auch die vertraute Umgebung, die sie sonst von früheren Feierlichkeiten oder gemütlichen Aufenthalten in der Gaststätte bereits kennen, zu schätzen wissen. Auch das schaffe Vertrauen. Er möchte die Tests an vier Tagen in der Woche anbieten. „Freitagnachmittag und Samstagvormittag sind bereits gesetzt“, sagt Stefan Wübbeling. Er möchte zunächst Erfahrungen sammeln, welche Tage die Hochmooraner als Teststage wünschen. Die Termine am Freitag und Samstag würden bestimmt vielen entgegenkommen, weil man dann weitgehend unbeschwert ins Wochenende gehen könne. Eine bestimmte Anzahl an Stunden in der Woche sei aber nötig, um überhaupt eine solche Teststelle betreiben zu können. Für die Teilnahme am Testteam habe er bereits mehrere Anfragen. Natürlich werde auch ein Teil seines Personals aus der Gaststätte beteiligt sein. „Für mich ist das alles Neuland“, sagt Wübbeling. Aber man wachse schließlich mit den Aufgaben. Er sei von vielen seiner Kunden, an die er Sonntags Speisen ausliefere, angesprochen worden, ob er eine solche ortsnahe Teststelle einrichten könne.

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