Kaplan Ionut Imbrisca aus Rumänien macht als Urlaubsvertretung wertvolle Erfahrungen in Holtwick
„Der Glaube ist anders“

Holtwick. „Der Glaube in meiner Heimat ist anders als hier im Münsterland“, bringt es Kaplan Ionut Imbrisca aus Rumänien auf den Punkt, ohne eine Bewertung vornehmen zu wollen. Der 30-jährige Priester ist in der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Holtwick vier Wochen lang Urlaubsvertretung von Pfarrer Carsten Remke. Er stammt aus dem Bistum Iasi im Nordosten von Rumänien in der Nähe der Grenze zu Moldawien. Dort liegt der Anteil von Katholiken bei 5,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Gebiet des Bistums Münster gibt es 42,8 Prozent Katholiken.

Donnerstag, 31.07.2014, 06:40 Uhr

„Wir beten zu Hause jeden Tag den Rosenkranz für die heilige Maria, die Mutter Gottes. In Holtwick wird ein solches Gebet nur einmal in der Woche gesprochen“, berichtet der Kaplan. Das bedeute aber nicht, dass die Menschen in seiner Heimat gläubiger seien als hier. Der Umgang mit Sorgen und Nöte sei offensichtlich anders.

Außerdem sei in seiner Heimat die katholische Kirche in der Diaspora. Wenn eine Religionsgemeinschaft in der Minderheit sei, seien die Wege wohl in jeder Hinsicht kürzer. Und die Nähe zum Seelsorger sei vielleicht größer. Im Bistum Iasi gibt es – statistisch gesehen – für 612 Gläubige einen Priester, im Bistum Münster müssen sich 1736 Katholiken einen Geistlichen teilen.

Ionut Imbrisca genießt den Kontakt zu seinen „Schäfchen auf Zeit“ in Holtwick. Er spricht sehr gut Deutsch, hat er doch im Jahre 2006 in Rumänien einen zweimonatigen Deutsch-Intensiv-Kurs belegt. Bereits ein Jahr später kam er das erste Mal als Praktikant im Rahmen seines Theologiestudiums nach Deutschland.

Ionut Imbrisca ist am 20. März 1984 in Sabaoani, einem kleinen Ort im Bistum Iasi, geboren. Er ist dort mit fünf Schwestern aufgewachsen. Von den 10 000 Einwohnern im Dorf sind fast alle Katholiken. „Das hat es für uns einfacher gemacht, auch im Kommunismus unseren Glauben zu leben, weil wir eine starke Gemeinschaft waren“, verrät der Kaplan aus Rumänien.

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