Knapp 40 Einwohner der Kinderstadt nehmen Abschied von ihrer kleinen Welt auf Zeit
Demokratie kennen gelernt

Osterwick. Mit einem großen Stadtfest haben die Kinder an der Sebastian-Grundschule in Osterwick gestern Abschied von ihrer Kinderstadt gefeiert. Die Eltern, die ansonsten dort zwei Wochen lang keinen Zutritt hatten, waren zum Bummeln eingeladen und konnten von den Kindern selbst gebasteltes Deko-Material erwerben.

Samstag, 02.08.2014, 06:24 Uhr

Diesmal haben in der ersten Woche 32 Kinder und in der zweiten Woche 38 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren teilgenommen. „Das waren nicht so viele wie im vergangenen Jahr“, teilt Manuela van Deenen von der Kolpingsfamilie mit, die die Ferienaktion gemeinsam mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Rosendahl bereits zum vierten Mal angeboten hat. „Dafür hatten die 25 jugendlichen Betreuer aber insgesamt mehr Zeit für jedes einzelne Kind.“

„Die Kinder waren zum Teil sehr anhänglich“, berichtete Betreuerin Nina. Betreuer Christopher van Deenen kommentierte: „Wir konnten den Kindern diesmal deutlich gerechter werden als früher.“

Die Kinderstadt ist ein Projekt für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Insgesamt zwei Wochen lang haben die Kinder in einer Stadt mit eigener Währung, Bürgermeister und Bauhof, Geschäften, einer Post und Ateliers, in denen gebastelt und gestaltet wurde, verbracht.

Manuela van Deenen: „Viele Aspekte des Gemeindelebens haben die Kinder selbst geregelt. Der Bürgermeister, unterstützt von seinem Stadtrat, leitete die Stadtverwaltung.“ Jason Böhm (7) und Julia Haverkock (11) wurden für jeweils eine Woche in der Bürgerversammlung zum Bürgermeister beziehungsweise zur Bürgermeisterin gewählt. Jason zog Bilanz: „Als Bürgermeister durfte ich nicht alles allein entscheiden, der Stadtrat durfte mitbestimmen. Das ist Demokratie.“ „Wir haben in der Kinderstadt schließlich keine Diktatur“, schmunzelte Organisatorin Nicole Drakkar. Im Reisebüro der Kinderstadt wurden „Expeditionen“ in Rosendahl angeboten. Die Kinder hatten Rechte und Pflichten. Die verschiedenen Aufgaben haben sie gemeinsam in einer festen Gruppe erarbeitet. Für ihre Tätigkeit erhielten sie Lohn. Die Kinder arbeiteten vormittags und nachmittags in ihren Gruppen. Ihr verdientes Geld konnten sie in der Kinderstadt auch wieder ausgeben.

Manuela van Deenen: „So wurde den Kindern in der Kinderstadt das Zusammenleben in der Stadt mit ihren verschieden Lebensweisen nahe gebracht. Die Kinder haben spielerisch alltägliche Lebensprozesse der Erwachsenen kennen gelernt.“

Elias und Mattes (beide 8) sind ein wenig traurig, dass die Kinderstadt nun ihre Pforten schließt. Sie hatten als einzige Jungen im Tanz-Workshop jede Menge Spaß. Leni (8) zeigte sich begeistert: „Ich fand die Werkstatt am besten.“

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