Stephanie van Dunderen sammelt Weihnachtsmänner aus allen Materialien für jeden Anlass / Über 2000 Stück
Ho, Ho, Ho durchs ganze Jahr

Osterwick. Ein Poster mit einem Weihnachtsmann an der Holztür lässt den Besucher mitten im Sommer bereits stutzig werden. Und wer die Pforte dann öffnet, traut seinen Augen nicht. Denn dahinter verbirgt sich Stephanie van Dunderens rot-weißes Reich aus über 2000 Rauschebärten. In ihrem alten Kinderzimmer bei ihren Eltern in Osterwick ist die Leidenschaft der Wahl-Rekenerin unschwer zu erkennen. Seit 1984 sammelt sie Weihnachtsmänner – aus allen Materialien und für jeden Verwendungszweck.

Dienstag, 05.08.2014, 09:36 Uhr

Angefangen hat alles mit Weihnachtsmännern aus Schokolade, als sie acht Jahre alt war. „Die standen dann auch zehn Jahre im Regal und dann kam der Holzwurm“, erzählt Stephanie van Dunderen. „Für den war das wohl eine Delikatesse.“ Sowohl das Holz des Regals als auch die Schokolade. Also musste die Sammlerin sich von den schokoladigen Bartträgern trennen. Weiter ging es mit Tüten, Stickern für Poesiealben, Glanzbildern und Kerzen.

1992 hat die Sammlerin dann ein Gartencenter in Holland entdeckt, das ihrer Leidenschaft mehr als zuträglich war. „Da habe ich bestimmt im ersten Jahr 600 D-Mark gelassen“, sagt die Gymnastiklehrerin, die damals mit ihrer Schwester („Die hat den gleichen Tick wie ich“) den Laden „geplündert“ hat. Gekauft hat sie dort vor allem strombetriebene Weihnachtsmänner. Vater Eugen Entrup drückt auf den Schalter. Sogleich fangen alle in Reihe geschalteten Weihnachtsmänner an, den Kopf und die Arme zu bewegen, Weihnachtslieder zu spielen oder geben zumindest ein „Ho, Ho, Ho“ von sich.

Vier Jahre sei Stephanie van Dunderen jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn es 50 Prozent Rabatt gab, in die Niederlande gefahren. „Dann haben die ihr Sortiment umgestellt. Das wurde uns zu kitschig“, erzählt Eugen Entrup, der selbst nicht verhehlen kann, sich auch ein wenig mit dem Sammelfieber seiner Töchter angesteckt zu haben und sich – wie auch seine Frau Gisela – zur Weihnachtszeit an dem riesigen Deko-Fundus seiner Tochter bedient.

Auf die Verarbeitung und das Äußere ihrer Sammelobjekte legt van Dunderen schon Wert. Echt müssen sie aussehen und nicht kitschig. Das Material ist ihr hingegen genauso egal wie der Verwendungszweck. Ob aus Glas, Porzellan, Stoff, Wachs, als Salzstreuer, Eiskratzer oder Spieluhr – Stephanie van Dunderen nimmt (fast) jedes Exemplar in ihre Obhut. Selbst für jetzt im Sommer hat sie ein besonders ausgefallenes Sammlerstück: einen Weihnachtsmann-Kühlakku, nicht viel größer als ein Eiswürfel.

Die kleinsten Weihnachtsmänner messen nicht mehr als einen Zentimeter und eigenen sich als Geschenkanhänger. Der größte ist eine (Weihnachts-)mannshohe Pappmaschee-Nachbildung. Das älteste Stück ist über 100 Jahre alt. Viele der Weihnachtsmänner wurden van Dunderen geschenkt. „Von meiner Sandkastenliebe habe ich drei Weihnachtsmann-Wachsmalstifte aus Südafrika bekommen“, sagt die 38-jährige Mutter eines Sohnes. „Die haben die weiteste Reise hinter sich.“ Selbst gebastelt hat sie natürlich auch einige.

Besonders schön für Kinder in der Weihnachtszeit seien die Sammlerstücke, in die man eine Kassette mit einer Weihnachtsgeschichte einlegen könne.

Auch wenn Stephanie van Dunderen selbst gerne Doppelungen verschenkt – getauscht wird nicht. Auch nicht mit Schwester Susanne. „Das war bei Einzelstücken damals schon immer ein Konkurrenzkampf“, sagt sie.

Etwas fehle ihr aber noch: ein Foto mit dem Weihnachtstruck von Coca Cola. „Da bin ich bis jetzt noch nicht zu gekommen.“ Aber das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt.

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