Beim Ferienprogramm in Darfeld wird für ein mittelalterliches Theaterstück gebastelt, geschneidert und geübt
Wo die Frisbeescheibe zur Pizza wird

Darfeld. Ein Drache soll es mal werden. Judith, Sophie und Linda nähen bereits eifrig die Stoffteile zusammen, während Phil und Florian gerade zwei Kartons heranschleppen. „Gehen die?“, fragt Florian. „Die müssen schon über eure Köpfe passen“, sagt Judith. Die Jugendliche und ihre Freundinnen helfen bei der Betreuung des Ferienprogramms am Bahnhof in Darfeld, wo derzeit gebastelt, genäht und geübt wird – alles für ein mittelalterliches Theaterstück, das die Kinder am kommenden Freitag dort aufführen.

Mittwoch, 06.08.2014, 11:36 Uhr

„54 Kinder nehmen an der Ferienaktion der Kolpingsfamilie und der OGS Darfeld teil“, sagt Organisatorin Lejana Voss. „Alle sind im Grundschulalter.“ Eine ganze Woche studiert dort der Pantomime Peter Paul aus Münster mit ihnen ein Theaterstück ein, das die Kinder aktiv mitgestalten. „Wir haben zwar ein Drehbuch, aber das entwickeln die Kinder selbstständig weiter“, erzählt der Künstler. „Das ist ein Geben und Nehmen. Manchmal muss ich nur noch als Berater einspringen.“ Spielerisch geht Peter Paul mit den Kindern die Szenen durch. „Ihr reitet übers Land zur Burg und ruft: ,Öffnet das Tor!’“, erklärt der Münsteraner und macht den Steppkes vor, wie man auf einem Steckenpferd reitet.

Ein paar Meter weiter entstehen bei der zweiten Gruppe an den Tischen die Kulisse und die Kostüme. „Guck mal, hängt die Kordel so schön runter?“, fragt Betreuerin Theresa das „Burgfräulein“ Elaine und setzt ihr das Kopfteil auf. Elaine nickt und schneidet mit der Schere weitere Bänder zurecht.

„Das Gewand hab ich schon“, sagt Jakob, der einen Ritter spielt. Sein Kumpel Elias hält den Ritterhelm schon in der Hand. „Da fehlt nur noch das Visier, dann ist der fertig“, erklärt er. Anna gefällt sich derweil in ihrem bunten Kostüm für die Rolle als „Hofnarr“. „Ich muss in dem Stück auf Leute aufpassen und kann die ganze Zeit lustig sein“, sagt das Mädchen, das schon einmal in einem Stück des Schultheaters mitgewirkt hat.

Peter Paul hat Respekt vor der Schauspielleistung der Kurzen. „Bis ich acht war, konnte ich gar nicht vor Publikum auf der Bühne stehen“, gesteht der zweifache Vater, der die Kinder langsam ans Theater gewöhnen will und das ganze Schauspiel hin und wieder auch mal mit einem kurzen Improvisations-Theater auflockert. Da wird in dem Stück „Das Geschenk“ auch schon mal die Jacke zum fliegenden Teppich oder die Frisbeescheibe zur Pizza.

Gruppenwechsel. Jetzt dürfen auch mal die Bastler und Kulissenbauer zu Peter Paul. Denn schließlich hat jedes der Kinder eine Rolle in dem Stück. Und bis Freitag Mama und Papa, Oma und Opa oder Freunde zur Uraufführung am Bahnhof kommen, sollen die Szene ja schließlich perfekt sitzen.

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