6,27 Euro Hundesteuern zahlt jeder Rosendahler pro Jahr für die Vierbeiner / 1116 Hunde angemeldet
In Osterwick leben die meisten Bellos

Rosendahl. Er ist der vermeintlich treueste Freund des Menschen. Doch diese Treue hat auch ihren Preis. Wie das Statistische Landesamt NRW jetzt mitteilt, lag das Hundesteueraufkommen in der Gemeinde Rosendahl im Jahr 2013 bei 69 244 Euro. Damit hat im Schnitt jeder Rosendahler 6,27 Euro für die 1116 Vierbeiner in den drei Dörfern gezahlt. Damit liegt die Gemeinde landesweit im oberen Drittel. Der NRW-Schnitt liegt bei 5,38 Euro je Einwohner.

Donnerstag, 07.08.2014, 09:22 Uhr

Die meisten Hunde sind in Osterwick gemeldet (519). Holtwick (291) ist hingegen noch hinter Darfeld (306) am wenigsten auf den Hund gekommen. „In Holtwick leben viele Familien mit kleinen Kindern, die sich deswegen vielleicht keinen Hund anschaffen“, vermutet Maria Fuchs. Insgesamt kommt auf rund zehn Einwohner in Rosendahl ein Hund.

Das Besondere dabei ist, dass die Gemeinde als einzige im Kreis Coesfeld ihre „sonstigen Steuern“ ausschließlich über die Hundesteuer bezieht. „Ich bin etwas erstaunt, dass die anderen Gemeinden über weitere Abgaben noch so viel einnehmen“, sagt Maria Fuchs, Kämmerin der Gemeinde Rosendahl. Mit weiteren Abgaben sind dabei optionale Steuern wie die Vergnügungs-, Zweitwohnungs- oder die Bettensteuer gemeint. All das gebe es in Rosendahl nicht. Und eine Einführung sei laut der Kämmerin auch nicht geplant. „Für die Vergnügungssteuer haben wir zwar eine Satzung, aber die Einnahmen sind seit Jahren gleich null“, verrät Fuchs. Zur Haushaltssicherung sei die Hundesteuer 2010 von 55 auf 70 Euro angehoben worden.

Bei der Abgabe komme es vor allem darauf an, ob der Hund als gefährlich eingestuft wird oder nicht. Harmlose Pudel, Dackel oder Golden Retriever schlagen mit dem einfachen Satz zu Buche. Laut Hundesteuersatzung von 2005 wird jedoch gestaffelt nach der Anzahl der Tiere, die ein Halter bei sich aufnimmt. Bei zwei Hunden kostet jeder Bello statt 70 schon 85 Euro, ab drei Hunden gar 100 Euro. Gefährliche Hunde kosten den Halter 555 Euro, bei zweien oder mehr werden laut Hundesteuersatzung 700 Euro pro Pitbull, Rottweiler oder Staffordshire Terrier fällig. „Seit der Einführung der erhöhten Steuersätze ist jedoch nur ein Hund dazugekommen“, weiß Maria Fuchs.

Zwar müsse mit der Anmeldung – spätestens zwei Monate nach Aufnahme des Hundes – auch die Rasse angegeben werden. Welche in Rosendahl am beliebtesten ist, sei jedoch schwer herauszufinden. „Uns interessiert auch vor allem, ob der Hund als gefährlich einzustufen ist oder nicht.“ Auch hierbei sei es mit Mischlingen schwierig. Daher müsse Herrchen auch schon mal im Zweifelsfall mit seinem tierischen Freund bei Antonius Homering, Fachbereichsleiter für ordnende und soziale Leistungen, vorstellig werden. Befreit seien hingegen beispielsweise Blinden- und Herdenhunde. Auch „Hofhunde“ können ermäßigt angemeldet werden.

Auch wenn eine Steuer laut Gesetz keine Gegenleistung für den Bürger bedingt – die Kotbeutel gibt es im Rosendahler Rathaus nach wie vor kostenlos.

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