Wählerinitiative Rosendahl (WIR) besteht seit zehn Jahren / „Politik von Bürgern für Bürger“
Etabliert als zweite Kraft

Rosendahl. Als reine Protestbewegung haben sie sich nie gesehen, ganz im Gegenteil. „Es geht um Politik von Bürgern für Bürger“, betont Michael Neumann. Problemorientiert arbeiten und sehen, wo der Schuh drückt – das hat sich die Wählerinitiative Rosendahl auf die Fahnen geschrieben. Seit 2004 ist sie die zweite politische Kraft in der Gemeinde und begeht am Freitag (12. 9.) mit einer kleinen Feier ihr zehnjähriges Bestehen.

Dienstag, 09.09.2014, 18:54 Uhr

An die ersten Gedankenspiele zur Gründung einer Wählergemeinschaft kann sich Hartwig Mensing noch gut erinnern. Er hatte als Vertreter der Grünen schon Ratserfahrung gesammelt, war aber angesichts seiner Unzufriedenheit mit der Bundespolitik ausgetreten. „Ich wollte aber gerne im Rat weiterarbeiten“, erzählt der heutige Fraktionsvorsitzende. Und beim ersten Versuch, einige Gleichgesinnte zusammenzutrommeln, habe er schnell Mitstreiter aus allen drei Ortsteilen gefunden: „Es gab etliche Interessenten, die ohne Parteibuch für Rosendahl aktiv werden wollten.“ Sicherlich hätten auch Querelen innerhalb der CDU der WIR den Weg geebnet. „Wir haben aber auch den Zeitgeist getroffen“, ist sich der zweite Vorsitzende Michael Neumann sicher. „Die Bürger sollten wieder mehr im Mittelpunkt der Politik stehen.“

Im Juni 2004 wurde die Wählerinitiative aus der Taufe gehoben, im September holte sie bei der Kommunalwahl aus dem Stand 25,1 Prozent der Stimmen und sechs Sitze. Nach 22,4 Prozent im Jahr 2009 folgten nun bei der jüngsten Kommunalwahl 2014 24,3 Prozent – bei nach wie vor sechs Sitzen im 26-köpfigen Gemeinderat. Auch wenn sich die Arbeit bis 2020 verändern wird, daraus machen Mensing und Neumann kein Geheimnis. „Sicher ist es für uns eine Enttäuschung, dass die CDU wieder die absolute Mehrheit geholt hat“, gibt der Fraktionsvorsitzende zu. Denn die Suche nach Mehrheiten, die in den fünf Jahren zuvor notwendig gewesen sei, habe der Gemeinde gut getan. „Das macht es nicht einfacher, unsere Initiativen durchzubringen“, blickt Neumann voraus. Gemeinsam hegen sie aber die Hoffnung, dass sich wie in der Vergangenheit Projekte anstoßen lassen, die bürgerschaftliches Engagement entwickeln. „Bei der Idee für die Generationenparks mussten wir auch einen langen Atem entwickeln“, sagt Mensing. „Aber das hat sich gelohnt.“

Eben dieses Engagement für Rosendahl will die Wählerinitiative auch in Zukunft in den Vordergrund rücken. So gibt es zum Zehnjährigen auch keine große Feier, denn viel lieber werden die finanziellen Ressourcen in Projekte gesteckt. „Die Hälfte der Aufwandsentschädigungen, die wir als Politiker bekommen, fließen in Spenden und Maßnahmen an die Bürger zurück“, betont Neumann, der mit den Verantwortlichen für die Zukunft auf noch mehr Unterstützung hofft. Die WIR als Verein hat knapp über 30 Mitglieder. „Wir erfahren viel Zuspruch“, erklärt Hartwig Mensing. „Aber weitere Mitstreiter zu finden, ist nicht einfach.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2730193?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker