Neue Schulküche geht in Betrieb
Ran an die Kartoffeln!

Darfeld. Lisa ist noch etwas skeptisch. Ob das schmecken wird? „Ich weiß es nicht“, zuckt die Neunjährige mit den Schultern und blickt in den Topf mit Kartoffeln, Lauch und Mohrrüben. „Das wird ganz lecker“, verspricht Lehrerin Karin Schotte – nicht nur wegen der gesunden Zutaten: „Wenn die Kinder ihr Essen selbst zubereitet haben, sehen sie das mit ganz anderen Augen.“ Dazu haben die Antonius-Grundschüler und auch die Darfelder Bürger ab sofort Gelegenheit. Denn mit der Kochaktion der Klasse vier ist die neue Schulküche gestern offiziell in Betrieb gegangen.

Mittwoch, 10.09.2014, 19:12 Uhr

Seit knapp zwei Wochen nutzen die Kinder der OGS bereits den Raum, um dort ihr Mittagessen einzunehmen. „Jetzt wird endlich auch gekocht“, freut sich Christa Haßler mit Blick auf das emsige Treiben an allen Tischen. Dort werden Kartoffeln geschält, Möhren geschnitten, Quark wird angerührt. So soll es künftig regelmäßig aussehen in diesem Raum im Erdgeschoss der Grundschule. „Am 23. September veranstaltet das KBW hier den ersten Kochabend mit Hedwig Breuing“, berichtet die Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule. Im November folgt ein Abend mit Anne Driemer, weitere Anfragen von Familienkreisen oder der Wunsch nach einem Männer-Kochkurs liegen bereits vor. „Die Darfelder Bevölkerung ist froh, endlich wieder diese Möglichkeiten zu haben.“ Und der neue Unterrichtsort werde von den Kinder begeistert aufgenommen, hat Schulleiterin Andrea Lyding festgestellt.

Rund 8000 Euro hat der Förderverein dafür zusammengetragen. Der Erlös des Sponsorenlaufes ist eingeflossen, natürlich etliche Eigenleistungen, aber auch eine Spende von 2500 Euro der Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld. „Gemeinsam die Zutaten vorzubereiten, zu kochen und anschließend in der Gruppe zu essen macht einfach Spaß“, sagt Karl-Heinz Thier, Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland. Gemeinsam mit dem Darfelder Geschäftsstellenleiter Dirk Reers mischte er sich gestern unter die Kinder und ging tatkräftig „ran an die Kartoffeln“. Dass über den Unterricht hinaus Kochkurse stattfinden sollen, hält Reers für einen weiteren positiven Aspekt der Investition: „Davon profitiert die ganze Gemeinde, und es schafft Gemeinwohl.“ Noch sei die Ausstattung nicht komplett, ergänzt Christa Haßler. Töpfe und Geschirr könnten noch gut gebraucht werden.

Mittendrin im Gewusel behält Karin Schotte den Überblick. Es ist Unterricht der anderen Art – aber ebenso wichtig wie Mathe oder Deutsch, betont sie: „Die meisten Kinder haben heute nicht mehr den Erfahrungsschatz, mit der Oma am Herd zu stehen.“ Umso wertvoller sei es, in der Schule zu zeigen, wie gesunde Nahrung zu einem guten Essen verarbeitet werde. Vom ersten Schuljahr an werde das immer wieder eingebaut, teilweise auch mit externer Unterstützung wie von den Landfrauen. „Wir wollen die gesunde Ernährung ins Bewusstsein rücken“, sagt Karin Schotte. „Mit diesem kindgerechten Raum haben wir jetzt tolle Voraussetzungen.“

Vor dem leckeren Essen steht die Arbeit. Und da kullern bei Antonia und Rike die Tränen. „Weil wir für die Zwiebeln zuständig sein“, erklären die beiden Neunjährigen – auch eine Erfahrung mit gesunder Nahrung.

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