Lesung: Autor dada peng setzt das sensible Thema Sterben einfühlsam und mit Humor um
Keine Spur von Trübsal

Rosendahl (bak). Er hat seine Gedanken zu einem Buch zusammengefasst – Gedanken vom Leben und Tod. Dada peng, der eigentlich Mirko Klos heißt, erzählte aus seinem Buch „Vom Leben und Sterben“ – ein ungewöhnlicher Name (dada peng ist bei einem Glas Rotwein mit einer Freundin entstanden) und eine ungewöhnliche Lesung, die in Kooperation der Gemeinde Rosendahl und der DaSein-Hospizbewegung Coesfeld im Forum der Grundschule Osterwick stattfand.

Donnerstag, 25.09.2014, 17:16 Uhr

Seine persönliche Biografie veranlasste ihn dazu, dieses Buch zu schreiben. Ganz persönlich lässt er Einblicke aus seinen schicksalhaften Erlebnissen über den frühen Tod seiner Eltern zu und gibt Raum zum Lachen und Nachdenken. Herzerfrischend tritt er auf – vom Trübsal blasen keine Spur, trotzt des sensiblen Themas über den Tod.

Aus seiner Lektüre, die sich intensiv mit dem Sterben befasst, aber das Leben nicht aus den Augen verliert, liest er Passagen vor, regt zum Nachdenken an: „ . . . .und doch wäre wohl dieses buch, das du nun in der hand hältst, nicht geboren, wenn nicht auch mutter wenige zeit später gestorben wäre.“ Groß steht in seinem Buch nichts geschrieben, die Größe liegt im Ausdruck und bietet Platz für eigene Notizen. Seine facebook-Notiz im Buch fand fast keinen Zuspruch: „Nur eine Freundin, die kein Deutsch kann, hat mich gelikt.“

Den anschließenden Applaus der begeisterten Zuhörer nimmt er als „Likes“ und bedankt sich herzlich. Das abwechslungsreiche Programm wird auch durch seine Lieder unterstrichen. Begleitet vom Komponisten und Musikproduzenten Moritz Maier an der Gitarre schaffen sie eine besondere Atmosphäre. Seine ehrenamtliche Mitarbeit in einem Hospiz fließt mit ein: „ . . . ein bewohner des hospizes wurde einmal in meinem beisein gefragt: wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man weiß, dass jeder tag der letzte sein kann? daraufhin antwortete er nur: und wie fühlt es sich an, wenn man so tut, als könne er es nicht?“ Viele Jahre bevor seine Mutter krank wurde schrieb er das Lied: Mutter. Mutter, du darfst sterben. Er regt zur neuen Einstellung zum Tod an, so auch mit dem letzten Kapitel: „und dann starb whitney houston und war einfach nicht mehr dada.“ Er stellt klar: „Wir haben zwei Dinge gemeinsam: Geburt und Tod.“

Andrea Hoppe und Ursula Pich-Potthoff kommen von der ambulanten Hospizbewegung Coesfeld. „Ich finde den Begriff Übergang sehr treffend“, fast Andrea Hoppe zusammen. „Diese Sichtweise, dass er immer etwas Beglückendes aus dem Sterben findet, was er Übergang nennt, ist beeindruckend“, schildert Ursula Pich-Potthoff. „Insbesondere den Zuspruch, dass die Menschen, die vor uns gehen müssen oder gegangen sind, uns zumuten, wieder glücklich werden zu können, ist ein schöner Trost.“ Gerade auch in Rosendahl werden Menschen gesucht, die bereit sind, für die Hospizbewegung DaSein ehrenamtlich mitzuarbeiten. Wer Interesse hat, kann sich bei Ursula Pich-Potthoff, Tel. 02541/ 848380, melden.

Nach über 25 Jahren hat Dorothea Roters den Kulturbereich an die neue Kulturbeauftragte der Gemeinde Rosendahl, Melanie Hinske-Mehlich, abgegeben und bedankte sich bei den Besuchern: „Ich würde mir wünschen, dass Sie ihr die gleiche Wertschätzung entgegen bringen.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2767558?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker