Glasfaser: Unternehmen an der Handwerkerstraße starten in die digitale Zukunft
Binnen Minuten in Mailand

Holtwick. Der Weg nach Mailand hat sich radikal verkürzt. „Die schnellste Möglichkeit, eine Daten-DVD dorthin zu bekommen, war bisher das Auto“, sagt Dr. Jürgen Grüner. Ab sofort ist aber nicht mehr die Straße notwendig – jetzt geht es ab auf die Datenautobahn. „Da dauert die Übertragung von fast fünf Gigabyte nur noch sieben bis acht Minuten“, stellt der Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH zufrieden fest. Das Glasfaser macht es möglich: Am Freitag sind die Unternehmen im Holtwicker Gewerbegebiet Handwerkerstraße offiziell in die digitale Zukunft gestartet. Als erster Ort und erstes Gewerbegebiet im gesamten Kreis Coesfeld.

Freitag, 26.09.2014, 16:25 Uhr

Ein Meilenstein, versichert Guido Kruthoff. „Selbst so banale Dinge wie das Aufrufen einer Straßenkarte waren bisher ein Problem“, verweist der Geschäftsführende Gesellschafter der Firma Hoffmann Ladenbau auf das geringe Tempo, mit dem die Mitarbeiter bisher im Internet unterwegs sein mussten. „Bis jetzt hatten wir nur 3 Mbit pro Sekunde zur Verfügung, heraus kamen wir sogar nur mit einem halben Mbit.“ Bei 50 Bildschirmarbeitsplätzen und geschäftlichen Kontakten in alle Welt ein großes Problem. „Da war es wirklich so, dass wir ein Auto geschickt haben, um Pläne und Fotos zu Kunden zu befördern“, ergänzt Jürgen Frechen, Geschäftsführender Gesellschafter.

Genau diese Hürden aus der Welt zu schaffen, lag Franz-Josef Niehues am Herzen. „Holtwick hatte bisher die mit Abstand schlechteste DSL-Verbindung in Rosendahl“, erläutert der Bürgermeister. „Deshalb war es umso wichtiger, hier tätig zu werden.“ Und das betreffe nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Privatleute. Folglich sei auch die hervorragende Quote von 55 Prozent erreicht worden, die nun mit einem Zugang zum Glasfasernetz versorgt seien. Persönlich habe er sich bei Firmen noch dafür eingesetzt, die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

Und die stehen ab sofort zur Verfügung. „Mit weniger als 100 Mbit pro Sekunde muss in der Handwerkerstraße kein Unternehmen mehr im Internet unterwegs sein“, freut sich Kreiswirtschaftsförderer Dr. Jürgen Grüner über den Erfolg des Pilotprojektes, das gemeinsam mit der Bornet GmbH umgesetzt wurde. Damit sei Holtwick ganz weit vorne in Deutschland, wo zurzeit nur etwa ein Prozent der Haushalte über einen Zugang zum Glasfasernetz verfügen: „In Holtwick sind es aber 100 Prozent, die es nutzen können, wenn sie wollen.“ Das sei ein ganz wichtiger Standortfaktor.

Für Guido Kruthoff ist das schnelle Netz schon nach wenigen Tagen Testphase ein Segen. „Ein schneller Internetanschluss gehört zur Infrastruktur wie die Wasser- oder Gasleitung“, sagt der Geschäftsführer von Hoffmann Ladenbau. Den drohenden Verlust der Wettbewerbsfähigkeit sieht er abgewendet – „weil viele Beteiligte an einem Strang ziehen.“

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