Pastor Dirk Holtmann zur Fusion der Pfarrgemeinden
„Leben vor Ort geht weiter“

Rosendahl. Ende und Neuanfang zugleich: Morgen wird letztmals ein Sonntagssgottesdienst in der Jahrhunderte währenden Geschichte der Pfarrgemeinden Ss. Fabian und Sebastian Osterwick, St. Nikolaus Darfeld und St. Nikolaus Holtwick gefeiert. Mit der Fusion am Sonntag (30. 11.) beginnt ein neues Kapitel als gemeinsame Pfarre Ss. Fabian und Sebastian Rosendahl. Unser Redaktionsmitglied Frank Wittenberg sprach mit Pastor Dirk Holtmann darüber, was das für die Gläubigen bedeutet.

Sonntag, 23.11.2014, 12:24 Uhr

Pastor Holtmann, spüren Sie Wehmut in den Gemeinden?

Pastor Dirk Holtmann: Nein, nicht besonders viel. Natürlich hören alle drei Pfarrgemeinden in einer Woche auf zu existieren. Aber die Kirchen behalten ihre Namen, und auch das Eigenleben vor Ort bleibt erhalten. Ein Beispiel sind die Pfarrbriefe, die nach wie vor gesondert erstellt werden.

Also gibt es in den bisherigen Gemeinden nicht viele gravierende Änderungen?

Holtmann: Die Messordnung haben wir ja schon im Sommer geändert. Mit kleineren zeitlichen Verschiebungen haben wir alle bisherigen Gottesdienste erhalten. Allein am Wochenende haben wir zehn Gottesdienste in Rosendahl. Aber das ist kein Luxus, denn wir haben auch sechs verschiedene Orte, an denen sie gefeiert werden.

Das lässt sich auch in Zukunft erhalten?

Holtmann: Vorerst auf jeden Fall. Denn zum Glück haben wir einen sehr guten Personalschlüssel. Nicht zuletzt wegen unserer aktiven Pensionäre, die auch über ihre Orte hinaus tätig sind. Otto Banse liest in Osterwick, Prof. Emmanuel predigt in Holtwick und so weiter – ich bin froh, dass meine Vorgänger in Osterwick und Darfeld noch vor Ort sind. Wir gehen sehr gut miteinander um.

Und mit Hans Schmeinck ist noch ein neuer Priester nach Holtwick gekommen . . .

Holtmann: Es ist ein Glücksfall, dass wir ihn bekommen haben. Das hat sicherlich damit zu tun, dass das Bistum sieht, wie aktiv das kirchliche Leben bei uns ist. Auch Hans Schmeinck wird in ganz Rosendahl aktiv sein. Aber er wohnt bewusst in Holtwick, damit in jedem Dorf mindestens ein Priester vor Ort ist. Und wir wollen auf keinen Fall unsere Diakone sowie die Pastoralreferentin und die Pastoralassistentin vergessen. Hermann Lösing wird Ende 2015 zum Diakon geweiht. Dann haben wir noch eine wertvolle Kraft mehr.

Aber wo werden die Gläubigen eine Veränderung spüren?

Holtmann: Der Pastor wird nicht mehr überall dabei sein können. Das kann ich nicht schaffen. Es betrifft Osterwick aber genauso wie Holtwick und Darfeld. Ich bin der Pfarrer für Rosendahl und habe die gesamte Gemeinde im Blick und im Herzen.

Änderungen wird es in den Gremien geben, oder?

Holtmann: Vorerst nicht so sehr. Ein Jahr lang werden wir einen großen Ausschuss mit allen 24 gewählten Kirchenvorständen haben. Nach der Wahl im November 2015 sind es dann nur noch zehn. Dazu wird es einen Pfarreirat geben mit je vier Mitgliedern aus Osterwick, Darfeld und Holtwick sowie zwei aus Höven. Die werden zudem vor Ort Gemeindeausschüsse bilden, in die weitere Interessenten berufen werden können. Leute, die Spaß daran haben und mitmachen wollen, das Gemeindeleben im einzelnen Dorf mitzugestalten.

Sie legen immer wieder Wert auf die Feststellung, dass eine Fusion nicht bedeutet, mit der Brechstange Gemeinsamkeiten zu erzwingen.

Holtmann: Wir haben unsere einzelnen Dörfer, und das wird auch so bleiben. Künftig tragen wir den gemeinsamen Namen Ss. Fabian und Sebastian, und wir werden auch gemeinsame Aktionen unternehmen wie die Rosendahler Wallfahrt nach Trier. Aber jeder einzelne Ort ist nach wie vor von seiner lebendigen Gemeinde geprägt. Dazu tragen auch außerkirchliche Vereine und Verbände bei, wie die Sport- oder Schützenvereine. Sie bereichern das Leben vor Ort mit vielen Ehrenamtlichen. Das ist der wahre Schatz in Rosendahl.

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