Sechstklässler der Sekundarschule sammeln besondere Erfahrungen mit Demenzparcours
Schwierige Wahrnehmung im Alter

Rosendahl/ Legden (gro). „Ja warum dauert das denn so lange?“ – „Geht’s denn nicht ein bisschen schneller“. Die Schlange hinter Daniel wird ungeduldig. Der 13-Jährige steht an der Supermarktkasse und kramt in seinem Portemonnaie verzweifelt nach den passenden Münzen. Aber wie er sie auch dreht und wendet, er kann sie nicht erkennen.

Dienstag, 25.11.2014, 07:36 Uhr

Kein Wunder: Daniel hat eine Brille auf, die ihn nur eingeschränkt und unscharf sehen lässt. Und die Supermarktkasse ist nicht echt. Sie ist eine von elf Stationen des Demenzparcours, der zurzeit im Altenwohnhaus St. Josef in Legden alle Interessierten hautnah erleben lässt, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit Demenz in ihrem Alltag zu kämpfen haben.

Diese Chance haben die Sechstklässler der Sekundarschule Legden Rosendahl genutzt. Zum Beispiel auch Max. Dem drahtigen Elfjährigen legt Alexandra Thomas, Leiterin des sozialen Dienstes, eine schwergewichtige Weste und Schienen an, setzt ihm eine Simulationsbrille und Kopfhörer auf. Und mit jedem Kleidungsstück geht Max schwerfälliger und gebeugter. Seine Mitschüler werfen ihm einen Ball zu. Max, versucht ihn zu fangen, greift ins Leere.

Es gelingt ihm nicht einmal, den Ball vom Boden aufzuheben. Die Knie und der Rücken sind steif. „Kann mir mal jemand helfen?“, ruft er verzweifelt. Dann legt er den Ballast ab. „Puh, ich hab mich wirklich so gefühlt, als wäre ich 80 oder 90“, lacht Daniel. Trotz allem Spaß, den der Parcours den Schülern bereitet: Die Erkenntnis ist ernst. Dass Altsein so beschwerlich sein kann, das hätten Max und Daniel nicht gedacht.

Ausführlicher Bericht in der Allgemeinen Zeitung

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2900258?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker