Martin Münster startet als mit Abstand jüngster Teilnehmer bei Deutschen Indoor-Meisterschaften
Leichtgewicht mit flinken Daumen

Holtwick. Sein Fluggerät ist nicht einmal so schwer wie eine Tafel Schokolade. 70 Gramm, mehr nicht. Mit diesem Leichtgewicht wird Martin Münster im Konzert der Großen mitspielen. „Da kommt es auf absolute Genauigkeit an“, weiß der siebenjährige Modellflieger, der trotz seiner jungen Jahre schon etliche Wettbewerbe und TV-Auftritte souverän hinter sich gebracht hat. Dennoch steht für den Holtwicker am Wochenende eine Feuertaufe an: Erstmals startet er bei den Deutschen Indoor-Meisterschaften der Modellflieger – als mit Abstand jüngster Teilnehmer.

Dienstag, 25.11.2014, 19:04 Uhr

Unter dem Hallendach, das ist eine ganz andere Herausforderung. „Drinnen oder draußen, beides macht mir gleich viel Spaß“, zuckt der Zweitklässler mit den Schultern, während sein Vater Siegfried auf die besondere Schwierigkeit des Indoor-Fliegens hinweist: „Da kommt die Wand so schnell auf einen zu.“ Weniger Platz, leichtes Gerät, da seien flinke Daumen gefragt, die Martin ohne Zweifel mitbringe. „Das hat er ja bei Stefan Raab im Fernsehstudio bewiesen“, lächelt Siegfried Münster. „Für mich wäre es undenkbar gewesen, das Modell angesichts der vielen Kameras und Scheinwerfer so sauber zu steuern.“

Genau darauf wird es auch am Samstag in Mannheim ankommen. Denn gefordert ist bei den Deutschen Meisterschaften in der Sportklasse ein festes Programm mit 13 Figuren, die binnen knapp zwei Minuten in einer festgelegten Reihenfolge geflogen werden müssen. Da ist eine Vier-Punkt-Rolle ebenso gefragt wie eine Posaune mit zweieinviertel Rollen gedrückt. Oder eine umgekehrte kubanische Acht. So wenig das dem Laien auch sagen mag, für Martin Münster besteht die Herausforderung darin, die Figuren möglichst präzise zu fliegen. „Die Acht darf nicht wie eine Schnecke aussehen“, sagt er. „Da muss ich genau auf der Linie bleiben.“ Das sei im Training zunächst gar nicht so leicht umzusetzen. „Da konzentriere ich mich eher darauf, den Ablauf hinzubekommen.“

Wertvolle Tipps erhält er von seinem Vater Siegfried. Und ebenso wertvoll für die Münsters, die für die Modellfluggruppe Borken starten, ist die Trainingsmöglichkeit, die sie in Rosendahl haben: Jeweils donnerstags steht ihnen für zwei Stunden die Zweifachsporthalle in Osterwick zur Verfügung. „Das ist super“, freut sich Siegfried Münster. „Unter den idealen Voraussetzungen hat Martin die Abläufe schnell verinnerlicht.“

Am Freitag machen sie sich direkt nach der Schule auf die Reise nach Mannheim, wo am Samstag der Wettkampf bevorsteht. Dort kommt die eigens für Indoor-Auftritte konzipierte Maschine zum Einsatz, die aus Depron (geschäumtes Polystyrol, wesentlich glatter als Sytropor) gefräst und mit einer hauchdünnen Folie bespannt ist. „Schwer zu transportieren, weil sie so leicht kaputt gehen kann“, sagt Siegfried Münster, der seinem Sohn inmitten der vielen Jugendlichen und Erwachsenen wertvolle Erkenntnisse wünscht. Dass der Siebenjährige ganz vorne mitfliegt, nein, darum geht es nicht. „Martin soll sich auf den Ablauf der Figuren konzentrieren“, betont er. „Allein das ist eine tolle Erfahrung für das Leben.“

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