Lucie Lasinski hat kleines Heft mit eindrucksvollem Gedicht zum Muttertag aufbewahrt
Ein Loblied auf die Mutter

Osterwick. Einen besonderen – mehr als 70 Jahre alten – Schatz bewahrt die Osterwickerin Lucie Lasinski in einer roten Schatulle auf: ein Gedicht zum Muttertag.

Samstag, 10.05.2014, 18:22 Uhr

Die vier Strophen sind kunstvoll mit schwarzer Tinte auf gutes Papier geschrieben, das in Postkartengröße zu einem kleinen Buch gebunden worden ist und von einem türkisfarbenen Wollfaden zusammengehalten wird. Dieses kleine Heft hat Lucie Lasinski im Jahre 1943 als Neunjährige gemeinsam mit ihrer vier Jahre älteren Schwester der Mutter zum Muttertag geschenkt. „Und als unsere Mutter damals das Gedicht las, war sie sehr gerührt“, erinnert sich Lucie Lasinski heute.

„Ohne Beruf“ lautet der Titel des Gedichtes eines Schriftstellers, dessen Namen Lucie Lasinski nicht kennt. Sie hatte damals das Gedicht in ihrer Schule in Neudeck in ihrer Heimat in Oberschlesien gelernt und gemeint, es könnte ihrer Mutter gefallen. Schließlich wollte sie ihrer Mutter damit für all deren Mühen und Sorge um die Familie danken. Denn die Hausarbeit habe oftmals im öffentlichen Ansehen nicht den gebührenden Stellenwert gehabt.

„Gattin, Mutter, Hausfrau zu sein, schließt das nicht alles Berufe ein? Als Köchin von allen Lieblingsspeisen, als Packer, wenn es geht auf Reisen, als Chirurg, wenn ein Dorn sich im Finger versplittert“, ist in der zweiten Strophe des Gedichtes zu lesen. Daher müsste das Gedicht eigentlich heißen: „Eine Mutter hat viele Berufe gleichzeitig.“ Lucie Lasinski erinnert sich, dass ihre Mutter das kleine Heft mit dem Gedicht viele Jahre in einer Schachtel sorgfältig aufbewahrt hat. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie dieses Kleinod nun selbst an sich genommen.

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