Vor 25 Jahren erste Kontakte zwischen Osterwick und Osterwieck in Sachsen-Anhalt geknüpft
Wenn der Harz plötzlich ganz nah ist

OSTERWICK. Osterwieck und Osterwick – zwei Ortsnamen, die aboslut gleich klingen und sich in der Schreibweise nur durch einen einzigen Buchstaben unterscheiden.

Dienstag, 21.07.2015, 16:36 Uhr

Vor 25 Jahren erste Kontakte zwischen Osterwick und Osterwieck in Sachsen-Anhalt geknüpft : Wenn der Harz plötzlich ganz nah ist
Malerisch ist der Vogteiplatz in Osterwieck im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Foto: az

Der eine Ort liegt im Münsterland und ist Teil der Gemeinde Rosendahl, der andere Ort ist die Stadt Osterwieck, die am Südhang des Großen Fallsteins im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt liegt. 325 Kilometer oder eine Autofahrt von dreieinhalb Stunden liegen zwischen diesen beiden Orten.

Kurz nachdem die Mauer gefallen war, waren die Münsterländer im Jahre 1990 das erste Mal im malerischen Ort in der Nähe von Halberstadt, Wernigerode und Goslar, um dort Aufbauhilfe zu leisten. Keine Frage, dass der Ort „Osterwieck“ bei den Osterwickern besonderes Interesse erweckte, klingt der Name doch fast genauso wie ihr Heimatort.

Ein zweites Mal reiste eine große Gruppe der katholischen Pfarrgemeinde Ss. Fabian und Sebastian im Jahre 2007 im Rahmen einer Harz-Rundfahrt nach Osterwieck.

Pfarrer Hubert Hambrügge zeigte sich damals gegenüber dem damaligen Bürgermeister Ulrich Simons begeistert: „In den vergangenen 17 Jahren (von 1990 bis 2007) hat sich in Osterwieck enorm viel getan.“

Der Geistliche erinnerte sich daran, dass 1990 vor der Stephani-Kirche unzählige Dachziegel standen.

Heute erstrahlt die historische Altstadt des 3810 Einwohner zählenden Dorfes mit Gebäuden aus Gotik, Renaissance, Klassizismus und niedersächsischem Fachwerkstil in neuem Glanz. Am 1. Januar 2010 schlossen sich die sieben Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Osterwieck-Fallstein, die Gemeinden Aue-Fallstein, Berßel, Bühne, Lüttgenrode, Rhoden, Schauen, Wülperode sowie das Dorf Osterwieck zur neuen Stadt Osterwieck zusammen.

Besuchten die Osterwicker also damals ein Dorf, würden sie heute in eine 11380 Einwohner zählende Stadt reisen. Die einzige noch vollständige Hofanlage inmitten der Stadt ist der Schäferhof, der nach einer Balkeninschrift auf das Jahr 1527 zurückgeht.

Inzwischen ist man allerdings der Meinung, dass das benachbarte Hochständerhaus um etliches älter sein könnte und möglicherweise das älteste Haus der Stadt ist. Die Stephani- Kirche war stark verfallen, wurde aber nach umfangreicher Renovierung neueröffnet – maßgeblich ein Verdienst des Kirchenbauvereins. Die

53 und 54 Meter hohen Türme der Kirche stammen aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Den Baumeistern gelang das Kunststück, Chor und Altar im katholischen Charakter zu belassen, während die Halle spürbar den Geist der Reformation atmet. St. Stephani gilt damit als der erste reformatorische Stadtkirchenbau.

Das Stadtwappen von Osterwieck hat eine auffällige Parallele zum Wappen von Rosendahl. Die Rose im Stadtwappen ist der Heckenrose nachgebildet, wie Manuela Bode, Leiterin der Tourist- und Stadtinformation Osterwieck, mitteilt.

Es gibt Deutungen, dass die Heckenrose der alten Landwehr (Dornenzaun) eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Stadt gespielt hat.

Auf einem Siegel von 1387 ist zu beiden Seiten des Heiligen Stephanus eine rosenartige Blume zu sehen.

Andere Deutungen sagen, dass die Rose auch mit der Einführung der Reformation in das Wappen gekommen sein könnte, da Martin Luther in seinem Familienwappen ebenfalls eine fünfblättrige Rose führte. Die Farben Rot und Weiß gehen auf das Halberstädter Bistum zurück.

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