Rosendahl
1200 Eichen unter Verdacht

Rosendahl. Ja, es gibt sie schon wieder, die Eichenprozessionsspinner. Aber die gute Nachricht vorneweg: Im Moment sind die Tierchen für den Menschen noch ungefährlich. „Die Raupen bilden die Brennhaare erst im dritten Larvenstadium aus“, erklärt Bauhofleiter Stefan Averesch. Momentan befinden sie sich noch im ersten Stadium. Kommt menschliche Haut mit den Haaren der Raupe in Kontakt, können Quaddeln, starker Juckreiz, Entzündungen und weitere Krankheiten ausbrechen. Im vergangenen Jahr gab es eine regelrechte Plage der gefährlichen Eichenprozessionsspinner.

Samstag, 27.04.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 27.04.2019, 11:02 Uhr
Rosendahl: 1200 Eichen unter Verdacht
Sobald die Eichenprozessionsspinner im Mai giftige Brennhaare ausbilden, sind sie für den Menschen gefährlich. Im vergangenen Jahr mussten die zahlreichen Nester, Prozessionen genannt, mit Saugern von den Eichen entfernt werden. Damit es in diesem Jahr nicht so weit kommt, beugt die Gemeinde Rosendahl vor und beseitigt die Larven schon jetzt, bevor die Haare ausgebildet werden. Fotos: Archiv Foto: az

Damit sich diese nicht wiederholt, beugt die Gemeinde Rosendahl am kommenden Dienstag (30. 4.) vor. „Wir haben eine Fachfirma beauftragt, die in Begleitung eines Mitarbeiters unseres Bauhofs die Raupen entfernt“, kündigt Bürgermeister Christoph Gottheil an. Vorrangig geht es dabei um Orte, an denen sich viele Personen, vor allem Kinder, aufhalten. Spielplätze, Kindergärten und innerörtliche Grünflächen und Eichenbäume werden zuerst begutachtet, teilt die Gemeinde mit. Auch in den Außenbereichen wird die Fachfirma Angelkort Schädlingsbekämpfung anschließend im Einsatz sein. Gottheil bittet aber um Verständnis, dass nicht jede einzelne Eiche kontrolliert werden kann: „Wir haben 1200 Eichen in der Gemeinde“, sagt er. Die Aktion der Schädlingsbekämpfung solle nach Möglichkeit an einem Tag abgeschlossen sein.

0 Was ist der Eichenprozessionsspinner? Bei dem Tier handelt es sich um eine Motte, die von Mitte Juli bis Anfang September aktiv ist. Für den Menschen gefährlich ist sie vor allem im Mai und Juni, wenn die Raupe gefährliche Brennhaare ausbildet. Die Tiere schlüpfen im April und gehen in sogenannten Prozessionen auf Wanderschaft. Im Juli verpuppen sich die Larven und bis August schlüpfen daraus unscheinbare, graubraune Schmetterlinge.

0 Welche Bereiche können betroffen sein? Vor allem sind begrünte, öffentliche Bereiche wie Kindergärten, Schulen, Friedhöfe oder Parkanlagen gefährdet. Anwohner von Waldgebieten, in denen Eichen wachsen, sollten ebenfalls vorsichtig sein. Prozessionen können sich auch an Eichen im heimischen Garten ansiedeln.

0 Warum ist der Eichenprozessionsspinner für den Menschen gefährlich?

Die Haare der Eichenprozessionsspinner enthalten das Gift Thaumetopein. Die toxische Brennsubstanz dringt bei Kontakt in Haut und Schleimhäute ein und kann verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Dazu zählen unter anderem allergische Schockreaktionen, Schwindel, Übelkeit, Fieber, starker Juckreiz mit Blasen oder Quaddeln oder mehrtägige Entzündungen. Vor allem für Kinder sind die Tiere gefährlich.

0 Wie funktioniert die Bekämpfung, die am Dienstag stattfindet? Bei einem Spritzverfahren kommt ein hochwirksames Bakterium-Extrakt zum Einsatz. Die Larven nehmen das Gift beim Fressen auf. Dadurch wird die Häutung der Tiere gehemmt und Larven werden nicht neu gebildet, was schließlich zum Tod führt. Für Menschen, Haustiere oder Insekten ist der Wirkstoff nicht gefährlich. Das Verfahren wird in den ersten drei der sechs Larvenstadien angewandt, bevor die Raupen die Brennhaare ausbilden. Später müssen die Prozessionen mit Saugern entfernt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6569016?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker