Rosendahl
Stau auf Datenautobahn auflösen

Rosendahl. Der Digitalisierungsprozess steckt im Investitionsstau fest – noch. Denn das soll sich möglichst schon in den nächsten beiden Jahren ändern. Vor allem in den drei Rosendahler Grundschulen: „Hier müssen wir alle Ebenen komplett erneuern“, erläuterte Dorothea Roters, Leiterin des Fachbereiches Zentraler Service und Finanzen in der Gemeindeverwaltung, in der Sitzung des Schul- und Bildungausschusses. Die erforderlichen Maßnahmen ließen sich aber sicherlich nicht allein aus der Förderung des Digitalpaktes der Bundesregierung stemmen.

Montag, 18.11.2019, 16:30 Uhr
Rosendahl: Stau auf Datenautobahn auflösen
Digitales Lernen soll in Rosendahl selbstverständlicher werden. An den drei Grundschulen sind zahlreiche Maßnahmen geplant – dazu zählt unter anderem die zeitnahe Anschaffung von jeweils 15 iPads. Foto: Archiv

Der Sachstand sieht in allen drei Grundschulen ähnlich aus: „Eine Verkabelung ist größtenteils nicht vorhanden, und wenn vorhanden, dann nicht auf dem Stand der Technik“, berichtete Dorothea Roters. Die aktuelle WLAN-Lösung sei nur in sehr begrenzten Bereichen der Gebäude erreichbar, die Endgeräte wie PCs, Notebooks und Monitore seien sehr stark veraltet, zudem sei eine fehlende Stromversorgungen in allen Klassenräumen festzustellen. „Präsentationsgeräte sind teilweise defekt, außerdem ist keine Firewall vorhanden und somit auch kein Schutz der Systeme“, listete sie die Mängel weiter auf.

Wichtig sei nun, die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen anzupacken, und das zwingend in einer vorgebenen Reihenfolge. So sollen zunächst die Medienkonzepte abgeschlossen werden, um dann einen gemeinsamen Antrag für alle Grundschulen durch die Gemeinde als Träger stellen zu können. Nach der Genehmigung durch die Bezirksregierung könnten dann die Arbeiten aufgenommen werden. „Die beginnen mit einer kompletten Neuverkabelung aller drei Grundschulen“, erklärte die Fachbereichsleiterin. „Falls sich die Geräuschbelästigung im Rahmen hält, sollten wir gegebenenfalls auch außerhalb der Ferienzeiten tätig werden.“ Danach schließen sich Maßnahmen zur Einrichtung des WLAN, ein Ausbau der Stromversorgung sowie die Anschaffung von Hard- und Software an.

All das wird Geld kosten – und zwar wohl deutlich mehr als die rund 139 000 Euro, die für die Gemeinde aus dem Digitalpakt fließen sollen. „Aus dem Programm Gute Schule 2020 stehen noch rund 125 000 Euro zur Verfügung, ansonsten müssen wir noch auf die Schulpauschale zurückgreifen“, blickte Dorothea Roters auf die mögliche Finanzierung. Auf jeden Fall wolle sich die Gemeindeverwaltung bemühen, zeitnah für jede Grundschule 15 iPads zu besorgen.

Ein realistischer Zeitplan für alle Vorhaben sei schwierig einzuschätzen, räumte Bürgermeister Christoph Gottheil ein: „Wir sollten 2020 den Bereich in der Wand anpacken und 2021 die Ausstattung.“ Sicher sei jedenfalls, dass auch darüber hinaus gedacht werden müsse – zum Beispiel in Richtung notwendiger IT-Unterstützung für die Schulen: „Wir wollen gegebenenfalls selbst einen Fachinformatiker dafür ausbilden.“

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