Heimatverein Osterwick sagt Nikolausumzug ab
Auf das Ehrenamt angewiesen

Osterwick. Seit 1969 – so lange wie es den Heimatverein Osterwick gibt – gibt es auch den Nikolausumzug. Der winterliche Marsch, begleitet mit Musik und natürlich dem Nikolaus, der gemütlich in einer Kutsche Platz nimmt, ist eine liebgewonnene Tradition. Umso bedauerlicher zeigt sich Gregor Deitert, Erster Vorsitzender des Heimatvereins, dass der Umzug in diesem Jahr abgesagt werden musste (wir berichteten).

Dienstag, 19.11.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 18:03 Uhr
Heimatverein Osterwick sagt Nikolausumzug ab: Auf das Ehrenamt angewiesen
Über musikalische Einlagen der Kinder freute sich der Nikolaus stets in den vergangenen Jahren. Nun muss der Heimatverein Osterwick als Organisator den Nikolausumzug aufgrund des mangelnden Engagements absagen. Foto: privat

„Wir möchten damit deutlich machen, dass sich so etwas nicht von selbst organisiert und wir deshalb auf Ehrenamt angewiesen sind“, macht Deitert deutlich. Und dieser Einsatz habe in den vergangenen Jahren stetig abgenommen. Dazu zählen auch die Eltern der angesprochenen Kinder. Diese hätten immer weniger Interesse gezeigt, den Nikolausumzug mitzugestalten, gleichzeitig wussten aber viele auch ganz genau, was verbessert werden kann. Daher hat der Heimatverein nun mit der Absage des Umzuges die Reißleine gezogen.
Hinzu komme außerdem, dass sich der Spielmannszug in Osterwick aufgelöst hat, der den Umzug Jahr für Jahr begleitet hat. „Wir hatten zwar einen Deal, dass die Musiker uns zum Nikolausumzug soweit möglich weiterhin begleiten“, erklärt Deitert. Doch das habe aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr nicht funktioniert, auch weil viele berufstätig sind. Und ein Nikolausumzug ohne Musik sei für den Heimatverein nicht in Frage gekommen. Auch Alternativen, nach denen sich der Heimatverein umgeschaut habe, seien nicht optimal gewesen und hätten den Kostenrahmen gesprengt. „Es sind zu viele Punkte, sodass wir letztendlich zu dem Entschluss gekommen sind, den Umzug in diesem Jahr abzusagen“, sagt Gregor Deitert. Damit wolle der Heimatverein nicht nur die Reaktionen der betroffenen Eltern und Kinder abwarten, sondern auch um Engagement bitten: „Wir möchten bei einem rechtzeitigen Vorbereitungstreffen im kommenden Jahr gemeinsam überlegen, wie wir den Umzug im kommenden Jahr neu gestalten können“, hofft der Erste Vorsitzende des Vereins. Und die Absage des Umzuges habe bereits Wirkung gezeigt: „Wir haben zahlreiche Rückmeldungen von Eltern bekommen, die im nächsten Jahr mithelfen wollen“, freut sich Deitert. Besonders sie seien gefragt, ihre neuen Ideen mit einzubringen.
In den vergangenen Jahren sei die Beteiligung mit mehreren Hundert Kindern und Eltern immer hoch gewesen – „aber der Einsatz muss da sein. Es macht sich nicht von alleine“, hofft Deitert auf Unterstützung, sodass die Tradition wieder aufleben kann.

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