Stefan Averesch zählt zu den Pionieren der Straßenwärtermeister
Der erste seiner Art

Rosendahl. Der besondere Reiz seiner Arbeit liegt darin, dass sie nur schwer planbar ist. „Oft weißt du um 7 Uhr morgens noch nicht, was um 7.15 Uhr dringend erledigt werden muss“, lächelt Stefan Averesch. Auch wenn der Ablauf eigentlich ganz anders vorgesehen war. Der Straßenwärter muss mit seinem Team zügig reagieren, wenn auf den gemeindlichen Straßen, Wegen, Plätzen oder Anlagen Handlungsbedarf besteht. Doch so schnell bringt den 53-Jährigen nichts aus der Ruhe, schließlich verfügt er über reichlich Erfahrung: Sein silberner Meisterbrief hängt frisch an der Wand, und damit zählt er sogar zu den ersten seiner Art.

Donnerstag, 21.11.2019, 18:24 Uhr
Stefan Averesch zählt zu den Pionieren der Straßenwärtermeister: Der erste seiner Art
Stolz auf die Auszeichnung: Bürgermeister Christoph Gottheil (links) und Fachbereichsleiterin Anne Brodkorb (rechts) gratulieren Stefan Averesch zum ersten silbernen Meisterbrief überhaupt, den Straßenwärter nun erhalten haben. Foto: Frank Wittenberg

Tatsächlich war es der erste Straßenwärter-Meisterlehrgang überhaupt, den Averesch im Dezember 1994 abgeschlossen hat. „Wir waren sozusagen die Pioniere“, lächelt der Holtwicker, der bei seiner Berufswahl als Schüler auf das Angebot der Gemeinde Rosendahl gestoßen war, eine Ausbildung zum Straßenwärter zu absolvieren. „Das sagte mir erstmal nichts“, gibt er lächelnd zu. „Also habe ich mich schlau gemacht.“ Ein Vorstellungsgespräch beim damaligen Bauamtsleiter Bernard Elskamp stand für ihn an, dazu ein halbtägiger Arbeitstest auf dem alten Bauhof in Osterwick. „Reinigungsarbeiten durchführen, eine Schippe anstielen, mit einer Sense umgehen“, kann er sich noch gut an einige Aufgaben erinnern.

Stefan Averesch bekam den Zuschlag, absolvierte die Lehre und blieb auch anschließend als Geselle beim Gemeindebauhof. 1992 besuchte er dann im Handwerksbildungszentrum Münster eine Infoveranstaltung zum ersten Straßenwärter-Meisterlehrgang überhaupt. „300 Interessenten waren dabei“, erzählt er. „Als dann klar war, dass wir die Kosten selbst tragen müssen, blieben nur noch rund 30 übrig.“ 24 Straßenwärter haben den berufsbegleitenden Lehrgang immer freitagnachmittags und samstags in Münster auf sich genommen und sind schließlich mit dem Meisterbrief belohnt worden – „Generation 1.0“, wie Klaus Lehmayer, damals einer der Absolventen und heute Bauamtsleiter in Efringen-Kirchen (Markgräflerland zwischen Freiburg und Basel), im Rahmen eines Festaktes zum Silberjubiläum feststellte, den Stefan Averesch mitorganisiert hat.

Seinen Beruf übt der Holtwicker auch heute noch gerne aus. Gemeinsam mit neun Mitarbeitern am Bauhof für die Außenpflege inklusive der Sport- und Spielplätze sowie sechs Hausmeistern für die Schulen und die öffentlichen Gebäude hält er die Gemeinde „in Schuss.“ Zertifizierter Baumkontrolleur ist Averesch, der unter anderem in regelmäßigen Abständen die Straßen, Wege und Plätze in den drei Ortsteilen und den Bauerschaften unter die Lupe nimmt. Bestimmte Knackpunkte seien aus Erfahrung bekannt – „ansonsten ist auch der Bürger ein guter Kontrolleur“, freut sich der Bauhofleiter immer über entsprechende Hinweise. „Leider können wir nicht überall zur gleichen Zeit sein. Aber wir bemühen uns, Schäden möglichst schnell zu beheben.“

Diese abwechslungsreiche Tätigkeit, der ständige Kontakt zu Bürgern und ins Rathaus, das macht jeden Tag spannend für Stefan Averesch, der so auch tagsüber für die Freiwillige Feuerwehr in ganz Rosendahl zur Verfügung steht. „Es bleibt interessant“, lächelt der erste Straßenwärtermeister seiner Art, der mittendrin ist im Gemeindeleben – im wahrsten Sinne.

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