Geklaute Verkehrs- und Ortsschilder machen Probleme
Wenn aus Partyspaß eine Straftat wird

Rosendahl. Normalerweise sollen Ortstafeln Menschen in Rosendahl willkommen heißen. Im Esch in der Nähe des Holtwicker Friedhofs werden diese allerdings nur von einer kalten Metallumrandung empfangen. Der Grund: Unbekannte haben das Ortsschild entwendet. Dieses fehlt bereits seit mehreren Wochen. Das ist kein Einzelfall – auch am Kempenweg und im Gewerbegebiet bei Damhues fehlen die Ortstafeln.

Donnerstag, 05.12.2019, 10:54 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 11:45 Uhr
Geklaute Verkehrs- und Ortsschilder machen Probleme: Wenn aus Partyspaß eine Straftat wird
Herzlich Willkommen in ... wo genau eigentlich? Unbekannte haben unter anderem im Esch in der Nähe des Holtwicker Friedhofs die Ortstafel aus der Metallumrandung geklaut. Foto: Leon Eggemann

Bei Stefan Averesch, Bauhofleiter der Gemeinde Rosendahl, sorgt diese Problematik für Ärger. „Wir sind ständig dabei, neue Schilder zu besorgen“, erklärt er. „Dazu kriegen wir nicht immer sofort mit, dass solche Schilder geklaut wurden.“ So komme es dazu, dass die Metallumrandungen zum Teil wochenlang ohne Ortstafel dastehen. „Alleine die Lieferzeit unserer Straßenausstatter kann sechs Wochen betragen“, ergänzt Wolfgang Croner, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales in der Gemeinde. „Gerade Ortsschilder werden nicht serienmäßig hergestellt.“ Auf diese müsse besonders lange gewartet werden.

Neben Ortsschildern sind besonders Tempo-30-Schilder beliebte Ziele der Diebe. „Vermutlich, weil diese zum Teil für 30. Geburtstage verwendet werden“, schätzt Averesch. So werden knapp zehn bis zwölf Verkehrszeichen pro Jahr in Rosendahl entwendet. Der entstandene Schaden müsse letztlich von der Gemeinde bezahlt werden. „Die Extra-Anfertigung eines Ortsschildes kostet allein 250 Euro“, verrät Averesch. „Hinzu kommen die Personalkosten und die Zeit, die der Aufbau eines neuen Schildes in Anspruch nimmt.“

Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass das Entwenden von Verkehrs- und Ortsschildern eine Straftat ist. „Dabei handelt es sich auch ausdrücklich nicht um ein Kavaliersdelikt“, warnt Croner. „Neben Diebstahl ist das unerlaubte Mitnehmen eines Schildes auch Sachbeschädigung, weil es beim Abmontieren öfter zu Schäden am Rahmen kommt.“ Besonders kritisch werde es, wenn durch das fehlende Schild der Straßenverkehr gefährdet wird. „Dabei handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“, weiß Croner. „In minder schweren Fällen kann der Täter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt werden.“ So gehe ein Autofahrer unter Umständen ohne Ortstafel gefährlicherweise von Tempo 100 aus, obwohl nur eine Geschwindigkeit von 50 km/h gilt.

Die Orts- und Straßenschilder müssen nicht einmal geklaut werden. Auch das Umpositionieren ist eine Straftat. „Gerade bei Volksfesten wie Kirmes oder Schützenfest werden Schilder zur Seite gestoßen oder getreten“, so Averesch. „Vor allem mobile Baustellenschilder werden einfach entfernt.“ Hinzu komme, dass viele Schilder beklebt oder bemalt werden. „Wenn die Schilderfläche mehr als 20 Prozent bedeckt ist, müssen wir es austauschen“, ärgert sich Averesch. Letztlich werden solche Delikte, ob Diebstahl oder Beschmutzung, zur Anzeige gebracht. „Diejenigen, die beobachtet werden, müssen mit unangenehmen Strafen rechnen“, bringt es Croner auf den Punkt. „Am besten einfach Finger weg von Verkehrsschildern.“

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