Bereits jetzt ist im Garten einiges zu tun
„Die Pflanzen sind schon im Frühling“

Osterwick. Von Winter ist seit Langem weit und breit keine Spur. Ganz im Gegenteil – 12 Grad wurden laut Wetterkontor gestern Nachmittag in Rosendahl gemessen. Auch in der Nacht zuvor lagen die Temperaturen bei rund zehn Grad. Bemerkenswert – dafür, dass Mitte Januar doch eigentlich Hochwinter herrscht.

Donnerstag, 16.01.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 15:32 Uhr
Bereits jetzt ist im Garten einiges zu tun: „Die Pflanzen sind schon im Frühling“
Michael Dahlke vom Rosenzentrum Westmünsterland rät, jetzt die Triebe von den Rosen zurückzuschneiden – wie hier die historische Rose namens „Zigeunerknabe“. Dadurch versetzt man die Pflanze zurück in den Winterzustand und sie kann im Frühling erneut kräftig austreiben. Foto: Leon Seyock

„Die Pflanzen sind schon weit im Frühling“, bemerkt Michael Dahlke vom Rosenzentrum Westmünsterland in Osterwick. Denn die Spitzen der Rosen treiben bereits jetzt aus. „Das ist allerdings kein Alarmsignal. Auch unsere Väter und Großväter haben schon milde Winter erlebt“, beruhigt Dahlke. Bereits jetzt könne man bei den Pflanzen einiges bewirken, um sie fit für die warmen Temperaturen und die Blüte zu machen.

„Ich rate dazu, jetzt schon mit dem Rückschnitt der Rosen zu beginnen“, so Dahlke. Normalerweise werde das erst im Frühjahr getan. „Dadurch, dass die ausgetriebenen Spitzen zurückgeschnitten werden, wird die Rose zurück in den Winterzustand gesetzt, wie es für diese Jahreszeit normal wäre“, informiert Michael Dahlke. Denn so entstehe kein Gefährdungspotenzial, dass die bereits ausgeschlagenen Triebe verfrieren. „Wir sollten den Winter trotz der milden Temperaturen nicht außer Acht lassen. Erfahrungsgemäß kommen zwischen Ende Januar und Anfang Februar die kalten Temperaturen zurück“, weiß Dahlke. Er rät, immer ein Auge auf die Natur zu werfen: „Wenn die Schneeglöckchen blühen, ist es immer ein gutes Signal, dann den Schnitt vorzunehmen.“ Auch Obstgehölz und Sträucher sollten bereits in diesen Wochen zurückgeschnitten werden. Das mache die Pflanzen im Ganzen winterhärter.

Bei Rosen handele es sich nicht um zarte Blumen, die verfrieren können, sondern um Gehölzer, die auch niedrigere Temperaturen vertragen könnten. Der größte Feind im Winter sei zwar nicht der Frost, sondern vielmehr Wind und Sonne – das lasse die Pflanzen austrocknen. Frieren die Stämme ein und scheint dann die Sonne, trockne das die Rosen aus. „Davor müssen die Pflanzen verschont bleiben. Von daher sollte man immer Wintervlies parat haben“, rät der Fachmann. Fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, sollten die Rosen lose mit dem Vlies bedeckt werden. „Komplettes Einpacken sollte man aber stets vermeiden“, gibt Dahlke einen weiteren Tipp. Wird der textile Stoff nass und es friert danach, dann friert er an den Pflanzen fest. Beim Entfernen des Vlies könnten so die Pflanzen beschädigt werden. Auch auf Düngen sollte noch verzichtet werden.

Die milden Tage könnten besser dazu genutzt werden, die Rosen von Schädlingen zu befreien. „Die Muttertiere, die den Winter überdauern, vermehren sich, sobald es noch etwas milder wird“, berichtet Michael Dahlke. Damit die Rosen sich in voller Pracht entfalten können, sollten die Schädlinge jetzt mit natürlichen Mitteln bekämpft werden. Pestizide lehnt Dahlke strikt ab: „Diese haben im Hausgarten nichts zu suchen.“ Oft wirkten Austriebsspritzmittel, beispielsweise mit Rapsöl als Wirkstoff, stärker als chemische Mittel. Jetzt – wo sich die Tiere noch nicht vermehrt haben – könne man mit relativ wenig Aufwand viel erreichen. Der natürliche Wirkstoff hätte außerdem einen weiteren Vorteil: „Dadurch, dass die Muttertiere mit dem Mittel versiegelt werden, können sie weiterhin von Vögeln gefressen werden“, informiert der Fachmann weiter. Denn auch eine intakte Vogelwelt trage zum Pflanzenschutz bei.

Was Hobbygärtner jetzt schon im Garten erledigen können, sollte auch getan werden. „Denn dann hat man auch später mehr Zeit. Und sei es, mit einer Decke und einem Glas Rotwein die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im eigenen Garten zu genießen.“

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