Flurbereinigungsbehörde informiert über Wege- und Gewässerplan in Darfeld
Mit Kompromisslösungen zum Ziel

Darfeld. Nein, der viel diskutierte Hohlweg an der Kleihecke in Oberdarfeld sollte an diesem Abend kein thematischer Schwerpunkt sein. Das machte Frank Nießen, Leiter der Flurbereinigungsbehörde, direkt zu Beginn des Abends deutlich. Vielmehr war die Behörde der Bezirksregierung Münster in den Saal Feldkamp gekommen, um rund 30 Interessierten – darunter Anlieger der betroffenen Bereiche sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung – den Wege- und Gewässerplan in Gänze vorzustellen.

Freitag, 24.01.2020, 15:45 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 15:51 Uhr
Flurbereinigungsbehörde informiert über Wege- und Gewässerplan in Darfeld: Mit Kompromisslösungen zum Ziel
Der Hennewicher Feldweg (zwischen der Straße Richtung Altenburg im Osten und der L 580 im Westen) ist im östlichen Teil bereits über einen Kilometer asphaltiert. Der Endausbau soll bis Jahresende erfolgen. Foto: Leon Seyock

„Wir möchten darüber informieren, was gelaufen ist und was in den nächsten Jahren passieren wird“, sagte Planungsdezernentin Birgit Kehl eingangs. Ziel des Verfahrens „ist eine Verbesserung der Agrarstruktur“, so Kehl – heißt: Wege werden auf insgesamt 990 Hektar so verlegt, neu- oder zurückgebaut, dass die umliegenden Flurstücke wirtschaftlicher beackert werden können.
Unter anderem sei davon der Ludgeruswanderweg zwischen Darfeld und Billerbeck betroffen. Dieser solle an mehreren Stellen verlegt werden, „um größere Ackerflächen zu schaffen“, stellte Kehl die Planungen vor. Ein weiterer Weg, der von Billerbeck kommend in Oberdarfeld in den Hohlweg mündet, solle auf 3,50 Metern ausgebaut und geschottert werden. Warum dieser nicht asphaltiert werde, warf ein Anwesender in den Raum. „Das wäre ein noch größerer Eingriff in die Natur“, antwortete Kehl. Die umliegenden Höfe könnten über andere Wege erschlossen werden, Radfahrer nutzten zudem andere Fahrbahnen. „Außerdem ist entlang der L 580 ein Radweg geplant. Dann bauen wir nicht 100 Meter weiter noch einen“, so die Planungsdezernentin. In diesem Bereich sowie rund um die Hofstellen Vormann und Fögeling werden die Maßnahmen aktuell bereits umgesetzt. Das hat zu Unmut bei einem Anwohner geführt, der sich übergangen fühlte und dies auch sehr deutlich zum Ausdruck brachte. Er könne sein Feld nicht beackern, „das ist keine Strukturverbesserung“, meinte er. Mehrmals betonte Nießen, dass die Arbeiten im Gange seien und er abwarten müsse, bis die Maßnahmen komplett abgeschlossen seien.
Als Kompensationsmaßnahmen, „wozu wir verpflichtet sind“, so Landespflegerin Christina Schulze Bisping, werden an den ausgebauten Wegen zahlreiche Hecken in fünf Meter Breite sowie Bäume, vornehmend Hainbuchen und Obstbäume, gepflanzt. „Diese Maßnahmen setzen wir Zug um Zug um“, bat sie um Geduld.
Da das Gebiet südöstlich von Darfeld teils große Höhenunterschiede aufweise, plant die Behörde mehrere Regenauffangbecken. Auch neue Gräben und die Hecken sollen einen schnellen Wasserfluss ins Tal und Erosion verhindern.
Die Vorstellung der Maßnahmen – von der Billerbecker Stadtgrenze im Süden bis zum Hennewicher Feldweg im Norden – stießen nicht uneingeschränkt auf Zustimmung. Besonders Anlieger warfen der Bezirksregierung vor, ihre privaten Flächen zu nutzen, diese unerlaubt zu verbauen oder bemängelten eine fehlende Kommunikation. „Es scheint, als wäre wir alle gegen Sie“, warf ein Zuhörer ein. „Man darf trotz allem nicht vergessen, dass Sie eine Verbesserung in unserer Landschaft erreichen“, gab es auch lobende Worte.
In diesem Jahr sei der Endausbau des Hennewicher Feldweges, der asphaltierten Verbindung zwischen dem Spiel- und Lechtenberg zur L 555 sowie der Ausbau zwischen den Unterführungen an der RadBahn geplant. Alle weiteren Maßnahmen sollen 2021 folgen. „Wir haben sicher nicht immer optimale Lösungen gefunden“, zeigte Hauptdezernent Nießen Verständnis. Manchmal ginge es aber nicht anders, „und wir müssen gute Kompromisslösungen suchen. Ich bin aber der Meinung, wir haben diese gefunden.“

Die detaillierten Pläne sind einsehbar unter www.bezreg-muenster.de

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