Bauhof hat auch ohne Salz streuen alle Hände voll zu tun
Winterdienste an einer Hand abzählbar

Rosendahl. An einer Hand kann Stefan Averesch abzählen, wie oft der Bauhof der Gemeinde bisher in diesem Winter Salz streuen musste. „Drei oder vier Mal müsste das der Fall gewesen sein“, überlegt der Leiter des Bauhofs. Dementsprechend ist das Salzlager noch gut gefüllt. 35 bis 40 Tonnen umfasse dieser, „bei täglichem Einsatz reicht der Vorrat für rund eine Woche“, merkt Averesch an. Das Streusalz könne aber jederzeit schnell nachgeliefert werden. „Damit gibt es im Moment immerhin keine Probleme“, sagt der Bauhofleiter mit einem Schmunzeln.

Donnerstag, 06.02.2020, 11:13 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 11:17 Uhr
Bauhof hat auch ohne Salz streuen alle Hände voll zu tun: Winterdienste an einer Hand abzählbar
Mit der Gehölzpflege ist der Bauhof der Gemeinde im Moment beschäftigt. Sebastian Terwey (im Korb) und Markus Konert sind in Höven im Einsatz und schneiden Totholz oder Äste, die in den Verkehrsraum ragen, aus den Bäumen. Foto: Leon Seyock

Gestern Morgen war es vielerorts glatt – „allerdings kam die Glätte für den nächtlichen Winterdienst zu spät“, sagt Averesch. Denn: Ein Mitarbeiter des Bauhofs rückt bei niedrigen Temperaturen um 3 Uhr in der Früh aus, um elf Kontrollpunkte im Gemeindegebiet abzufahren. Diese liegen inner- und außerorts und umfassen Schulwege, Steigungen und gefährliche Stellen wie unübersichtliche Kreuzungen. Entscheidet der Mitarbeiter, dass gestreut werden muss, ist ein Bereitschaftstrupp zur Stelle, der dann bis 7 Uhr den Streudienst ausführt. Gestern aber sei die Glätte erst gegen 7.30 Uhr mit dem Sonnenaufgang gekommen. „Das war auch nur von kurzer Dauer, mit der Sonne wurde es schnell wärmer.“ Ob eine Kontrollfahrt durchgeführt wird und ob es einen Bereitschaftsdienst gibt, entscheidet Stefan Averesch am vorherigen Tag. „Ich habe immer die Wettervorhersage im Blick. Sind für die anstehende Nacht beispielsweise fünf Grad angesagt, muss natürlich niemand eine Kontrollfahrt machen“, gibt er einen kleinen Einblick in den Alltag des Bauhofs.
Aber auch ohne Streudienst hat der gemeindliche Bauhof in den Wintermonaten alle Hände voll zu tun. Besonders sind die Mitarbeiter mit der Gehölzpflege beschäftigt. So sind Sebastian Terwey und Markus Konert in Höven mit schwerem Gerät im Einsatz. Mit einer Kettensäge in den Händen steht Terwey im Korb eines Steigers und setzt das sogenannte Verkehrsraumprofil instand. Heißt: Totholz und austreibende Äste am Stamm werden abgesägt, außerdem muss eine Höhe von der Straße bis zur Baumkrone von 4,50 Metern gewahrt bleiben. Auch Baumkronenpflege wird durch den Bauhof betrieben. „Das ist mittlerweile Routine. Wir haben ein Auge dafür, an welche Bäume wir ran müssen“, sagt Averesch, der seit 24 Jahren als Leiter des Bauhofes fungiert. Andreas Terwei ist gestern Morgen mit einem Heckenschneider in der Bauerschaft Bleck im Einsatz. Auch er schneidet dort das Verkehrsraumprofil und stutzt die Hecken zurecht, damit sie nicht auf die Straße wachsen. „Immerhin müssen die großen landwirtschaftlichen Maschinen ohne Probleme die Straßen passieren können“, erläutert Stefan Averesch.
Auch nutzten er und seine Kollegen die Zeit, um etwa Verkehrsschilder auszutauschen, Schutzhütten zu sanieren oder bei schlechter Witterung Arbeiten in gemeindlichen Gebäuden vorzunehmen – für diese Aufgaben hat der Bauhof durch den abgeschwächten Winterdienst jetzt etwas mehr Zeit. Auch einige Bäume, die im Sommer durch die Trockenheit eingegangen sind, tauscht der Bauhof aus.
„Bleibt es weiter bei den milden Temperaturen, können wir schon Ende März mit dem Rasenschnitt beginnen.“ Also Rasenmäher statt Streufahrzeug? Nein, denn ganz abschreiben will Averesch den Winter noch nicht. „Die Erfahrungen zeigen, dass es auch im Frühjahr zur Obstblüte oft noch frostig werden kann“, berichtet er. Außerdem sei der Bauhof sowieso bis Ende März zum Winterdienst verpflichtet. Aber auch darüber hinaus werden Stefan Averesch und seine zehn Kollegen bei winterlichen Verhältnissen dafür sorgen, dass alle Rosendahler sicher die Straßen passieren können und wohlbehalten ans Ziel kommen.

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