Neues Netzwerk soll an den Start gehen
Hilfe von Senioren für Senioren

Rosendahl. Die Tür quietscht. Die Schublade der Kommode hat sich verklemmt. Die Gardinenstange ist locker und die defekte Glühlampe muss sowieso schon lange ausgewechselt werden. „Solche Arbeiten stellen für uns eine Kleinigkeit dar, für ältere Mitmenschen bereiten diese aber unter Umständen Schwierigkeiten“, so Wolfgang Croner, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Die Idee zur Problemlösung: Kleinstarbeiten, „für die Handwerker nicht ausrücken“, sollen künftig über die „Seniorenhilfe Pfarrcaritas Rosendahl“ ausgeführt werden – Hilfeleistungen von Senioren für Senioren. Damit das Projekt starten kann, werden engagierte Rosendahler mit handwerklichem Geschick gesucht, die diese kleinen Arbeiten ausführen können und möchten.

Freitag, 07.02.2020, 12:42 Uhr
Neues Netzwerk soll an den Start gehen: Hilfe von Senioren für Senioren
Kleine Probleme im Alltag sollen mit dem Netzwerk „Seniorenhilfe Pfarrcaritas Rosendahl“ schnell gelöst werden. Collage: G. Driemer Foto: az

Diese Pläne und Ideen stellte Croner in der jüngsten Sitzung des Sport-, Kultur-, Familien- und Sozialausschusses vor. Er erläuterte, dass sich bereits im vergangenen Jahr ein Netzwerk aus der Pfarrcaritas Rosendahl, dem Seniorenstift in Osterwick sowie der Gemeinde Rosendahl zusammengefunden habe. Erste Überlegung sei, dass sich hilfsbedürftige Senioren an eine Telefonzentrale wenden können, von wo aus die Aufträge an die Helfer verteilt werden. „Neben der Erledigung der Arbeiten hat das Projekt auch eine wichtige soziale Komponente“, betonte Croner. Denn man komme ins Gespräch und könne bei Bedarf weitere Kontakte herstellen. Eine Konkurrenz zum Handwerk sehe er nicht, da es sich nur um kleine Arbeiten handele. „Vor Projektstart werden die Hilfeleistungen mit der Handwerkskammer abgesprochen“, betonte Croner. Pro Einsatz schwebt den Initiatoren eine Aufwandsentschädigung für den Helfer von fünf Euro vor.

Das Projekt zum Aufbau eines Seniorennetzwerkes wurde im Jahr 2017 im Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) verankert. „Mit der Suche einiger Helfer möchten wir nun den ersten Aufschlag zu dem Projekt machen“, sagte Croner.

Im Ausschuss trafen die Pläne auf Zustimmung. Frederik Maximilian Lethmate (CDU) regte an, dass sich nicht nur Senioren, sondern auch Freiwillige jeden Alters melden sollten, da das Projekt auch ein generationenübergreifendes sein könne. Dem pflichtete Croner bei – er merkte dazu an, dass es aber vor allem Senioren seien, die ausreichend Zeit für die Kleinstarbeiten hätten. Winfried Weber (Grüne) schlug vor, die Nachbarschaften in der Gemeinde explizit anzuschreiben und nach Helfern zu fragen, denn „dann hat man einen Namen aus der direkten Umgebung.“ Idealerweise soll das Projekt in allen drei Ortsteilen starten, so Croner. 7 Interessierte Helfer können sich bei Wolfgang Croner im Rathaus unter Tel. 02547/77128 melden.

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