Sebastian-Grundschüler erlernen die Erste Hilfe
Im Notfall sitzt jeder Handgriff

Osterwick. Bewusstlos liegt Thomas Middelberg am Boden. Sofort eilen Niko, Oskar und Maxim aus der vierten Klasse der Sebastian-Grundschule herbei und bringen ihren Schulleiter mit gekonnten Griffen in die stabile Seitenlage. „Hol’ schnell den Notarzt!“, ruft Oskar Maxim zu, der sofort zum Telefon greift. Den vorgespielten Anruf nimmt allerdings nicht die Leitstelle des Rettungsdienstes entgegen, sondern Barbara Allamoda von den Johannitern aus Münster. Denn glücklicherweise handelte es sich bei dem Szenario gestern Morgen um eine vorgetäuschte Notlage.

Samstag, 08.02.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 14:02 Uhr
Sebastian-Grundschüler erlernen die Erste Hilfe: Im Notfall sitzt jeder Handgriff
Foto: az

Gemeinsam mit Sven Haude war Allamoda in der Sebastian-Grundschule zu Besuch, um den Viertklässlern die Erste Hilfe spielerisch nahezubringen. „Was muss ich machen, wenn ich eine bewusstlose Person finde?“, fragt die Johanniterin in die Runde. Nahezu alle Finger schnellen sofort in die Höhe. „Ansprechen, den Notarzt rufen und die Person in die stabile Seitenlage bringen“, kommt es von Till wie aus der Pistole geschossen. „Genau richtig“, lobt Allamoda. „Und dann muss man die Person noch zudecken, damit sie nicht auskühlt“, ergänzt Liv. Die Handgriffe sitzen bei den Viertklässlern: Mehrere Mal spielen sie diese Situation durch: Sie wissen, wie sie handeln müssen, um die Personen zu retten.

„Die Bereitschaft bei den Kindern, mitzumachen, ist stark da“, freut sich Barbara Allamoda. „Die Kinder saugen alles wie ein Schwamm auf“, merkt sie während der Erste-Hilfe-Ausbildung gestern an. Selbst als die Pausenglocke schrillt, greifen einige der Viertklässler zu den Puppen und üben noch einmal die gerade erlernte Wiederbelebung: „Man muss fest den Brustkorb herunterdrücken und beatmen“, weiß Oskar. Nach der Pause geht es weiter: „Jetzt üben wir, wie man einen Verband richtig anlegt“, sagt Barbara Allamoda und zeigt gemeinsam mit ihrem Kollegen die richtige Technik.

Berührungsängste verlieren und für das Thema Erste Hilfe sensibilisieren – das sind die Ziele, die mit der spielerischen Ausbildung erreicht werden sollen. „Das bildet den Abschluss der Radfahrausbildung“, erläutert Schulleiter Thomas Middelberg. Denn: „Wenn die Kinder im Straßenverkehr unterwegs sind, sollen sie wissen, was in einem Notfall zu tun ist. Unser Wunsch wäre es, diese Ausbildung jedes Jahr durchzuführen“, so Middelberg.

Finanziert wurde der Kurs von der Sparkasse Westmünsterland und der Firma Sika. Dass Schule und Sponsoren mit der Idee den Nagel genau auf den Kopf getroffen haben, ist nicht nur an der Lebendigkeit und Freude der Kinder zu erkennen. „Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, schon früh mit der Ausbildung anzufangen. Denn dann sind die Kinder mit Eifer dabei, das ist bei Erwachsenen leider oft nicht der Fall“, merkt Barbara Allamoda an.

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