Ausschuss stimmt einmütig für verkehrsberuhigten Bereich anstatt Abbindung
Vorerst keine Poller am Neeland

Holtwick. Eindeutiger hätte die Abstimmung nicht ausfallen können: Einstimmig lehnten die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses den Antrag der Interessengemeinschaft vom Neeland ab und sprachen sich für die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs im Teil der Neubebauung aus. Die Anlieger des betroffenen Bereichs saßen der Sitzung bei; sie hatten einen Antrag an die Gemeinde gestellt, dass die neu geschaffene Straße durch Poller von dem alten Teil des Neelands abgebunden wird (wir berichteten).

Freitag, 14.02.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 06:02 Uhr
Ausschuss stimmt einmütig für verkehrsberuhigten Bereich anstatt Abbindung: Vorerst keine Poller am Neeland
Bei einem Ortstermin tauschten sich einige Anlieger des Neelandes mit Vertretern der Gemeinde und Mitgliedern des Bauausschusses über die Verkehrssituation aus. Foto: Leon Seyock

Der Abstimmung im Rathaus war ein Ortstermin am Neeland vorausgegangen, zu der die Gemeinde den Ausschuss und die Nachbarn eingeladen hatte. Die Anwohner aus dem neuen sowie auch einige aus dem alten Bereich des Neelands erläuterten ihren Wunsch nach Pollern, „um mehr Sicherheit für unsere Kinder zu schaffen“, so Michael Nowak von der Interessengemeinschaft. Er legte dar, dass viele Anwohner des gesamten Neelands die neue Straße zwischen Wendehammer und Ringstraße nutzten – und nicht immer mit angemessenem Tempo unterwegs seien.

„Poller sind immer die Endlösung“, sagte Wolfgang Croner von der Gemeinde, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Die Vertreter der Gemeinde führten weiterhin an, dass auch Rettungskräfte im Notfall „wichtige Minuten verlieren, wenn sie zuerst die Poller entfernen müssten“, so Bürgermeister Christoph Gottheil. Immer wieder wurden Stimmen der Interessengemeinschaft laut, dass mit Pollern der alte Zustand, „wie er 25 Jahre lang war“, so eine Anwohnerin des alten Teils, wieder hergestellt werde.

Die Verwaltung wolle zunächst mit anderen Mitteln versuchen, den Bereich verkehrsärmer zu gestalten. Anne Brodkorb, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen, stellte den verwaltungsseitigen Vorschlag vor, einen verkehrsberuhigten Bereich einzurichten. Mit Bäumen und Parkplätzen solle nach dem Endausbau, der in diesem Jahr erfolgen soll, für weniger und langsameren Verkehr gesorgt werden. Auch Einengungen an den Einfahrten könne sich die Verwaltung vorstellen.

Das löse aber nicht das eigentliche Problem, dass zu schnell gefahren werde, entgegnete Nowak. „Dadurch, dass die Parkplätze und Bäume, bedingt durch die Auffahrten der Grundstücke, alle auf einer Seite gebaut würden, bleibt immer noch die gerade Strecke, auf der schnell gefahren werden kann“, so Michael Nowak. Ihm pflichteten weitere Nachbarn bei.

„Ich kann verstehen, dass bei dem Thema Emotionen hochkochen“, sagte Gottheil. Seiner Meinung nach würde man mit dem Aufstellen von Pollern einen Präzedenzfall schaffen. „Nach dem Endausbau wird sich der Verkehr regulieren“, sagte der Bürgermeister vor Ort.

Ähnlich sah das die Mehrheit der Ausschussmitglieder. Hartwig Mensing, Fraktionsvorsitzender der WIR, sprach sich gegen den Antrag aus: „Ich kann das Anliegen nachvollziehen. Aber in zehn, 20 Jahren wird die Nutzung der Straße eine andere sein.“ Ewald Rahsing (CDU) betonte, dass Kinder in einem verkehrsberuhigten Bereich Vorrang hätten und dadurch ausreichend geschützt seien. „Die Straßen am Neeland werden in der Regel nur von Anliegern genutzt. Wird zu schnell gefahren, sollten die Anlieger die Fahrer ansprechen“, so Rahsing. „Das funktioniert nicht. Da muss man ein P davorsetzen“, positionierte sich Martin Branse (fraktionslos) auf der Seite der Anlieger. Er plädierte dafür, zusätzlich zum verkehrsberuhigten Bereich die Poller aufzustellen. Frederik Maximilian Lethmate (CDU) wolle abwarten, wie die Situation nach dem Endausbau aussieht. „Wir könnten zunächst einen verkehrsberuhigten Bereich einrichten und die Situation in einem Jahr neu bewerten“, so Lethmate. „Wo Bedarf da ist, sollte man auch handeln.“ Leo Hemker (CDU) betonte, dass „nirgendwo sonst Poller stehen.“ Er lehnte diese „Hammer-Methode“ ab.

„Der letzte Meter ist noch nicht fix. An sich wären Poller im Nachhinein noch möglich“, beendete Gottheil die Diskussion – bevor der Ausschuss seine Entscheidung getroffen hat. | Kommentar

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