Musikalischer Hochgenuss mit Höhepunkten aus 20 Jahren „Rosendahler Liederabende“
Mit Wehmut erklingen die letzten Töne

Rosendahl. Am Ende fließt so mach ein Tränchen bei Künstlern, Veranstaltern und Publikum. Kein Wunder, geht doch mit dem 21.„Rosendahler Liederabend“ eine Ära zu Ende, in der nicht nur über 500 Lieder gesungen wurden, sondern sich alle, betont Kulturbeauftragte der Gemeinde Melanie Hinske-Mehlich in ihrer Begrüßung, beim Wiedersehen gefreut, bei Krankheiten mitgelitten oder die Geburten von Kindern gefeiert haben – kurz: zu einer echten Liederabendfamilie zusammengewachsen sind.

Dienstag, 18.02.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 12:22 Uhr
Musikalischer Hochgenuss mit Höhepunkten aus 20 Jahren „Rosendahler Liederabende“: Mit Wehmut erklingen die letzten Töne
Emotional bedankt sich die Kulturbeauftragte Melanie Hinske-Mehlich (vorne) bei den Künstlern für ihr jahrelanges Engagement in Rosendahl: (von links) Barbara Arneke, Rolf Janßen-Müller, Esther Hock, Michael Nonhoff, Heike Janßen-Müller und Michael Senzig. Foto: az

Worauf der Erfolg dieser Abende beruht, das zeigen Barbara Arneke, Michael Nonhoff, Michael Senzig und Esther Hock, die als Sopranistin seit 2017 dabei ist, in ihrem Programm „Das Beste zum Schluss – Der Abschied“ sehr eindrucksvoll. Gemeinsam mit den Pianisten Heike und Rolf Janßen-Müller, die wie Arneke seit 2000 dabei sind und mit ihren vierhändig gespielten Klavierstücken kunstvolle Intermezzi beisteuern, begeistern sie mit einem rundum gelungenen, sehr abwechslungsreichen Gemeinschaftsprogramm.

Das Publikum durfte sich im letzten Jahr Lieblingsstücke wünschen, die Künstler haben diese angereichert mit ihren persönlichen Favoriten, die sie auf der stilvoll gestalteten Bühne – der Dank galt dafür Familie Möllers – zu Gehör bringen. Das dunkelrote Polster des Sessels harmoniert prächtig mit roten Rosen, die auf einer Leinwand ein Augenschmankerl bilden und den roten Kerzenleuchtern auf den Tischen der Gäste.

Los geht es wie immer mit vier innig vorgetragenen Kunstliedern, denen ein opulenter Opernblock folgt. „Mir ist so wunderbar“ stimmen alle vier gemeinsam die Arie aus „Fidelio“ an. Nonhoff umschmeichelt Arneke augenzwinkernd bei „Si tu m’aimes“ aus „Carmen“ und das Publikum summt mit. Mit ergreifender Ausdrucksstärke brilliert Esther Hock in der Arie „Si mi chiamano Mimi“ („La Bohème“) und wutschnaubend mit geballten Fäusten sinnt Nonhoff als Figaro auf Rache.

In der Pause sorgen zahlreiche Köstlichkeiten, serviert vom Restaurant Feldkamp aus Darfeld, für Gaumenfreude, bevor dann im zweiten Teil mit Operetten- und Musical-Melodien die leichtere Muse im Zentrum steht. Dabei spielt Nonhoff sehr gekonnt sein komödiantisches Talent aus, egal ob es um die Schmach eines Schlages mit dem Fächer ins Gesicht geht („Ach, ich hab‘ sie ja nur auf die Schulter geküsst“), köstlich imitierte Tierstimmen in „I bought me a cat“ oder er im Duett mit Hock „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ anstimmt. Übermütig machen beide aus dieser Sprachlehrstunde ein herrliches Kabinettstückchen. Mit übersprudelnder Seligkeit besticht Hocks in „Ich hätt‘ getanzt heut Nacht“. Zum Träumen schön die im Duett von Hock und Arneke gesungene „Bacarole“ oder als passendes Abschiedslied Arnekes „Memory“ aus „Cats“. Gänsehaut kommt auf, als Senzig voller Innigkeit „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ vorträgt.

Mit stehenden Ovationen als Dank für diesen und die vielen weiteren wunderbaren Abende verabschiedet das Publikum die Künstler und lässt sie voller Wehmut erst nach mehreren Zugaben gehen.

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