Mit den „Rosendahler Liederabenden“ enden auch die Rathauskonzerte der Musikschullehrer
Fortführung in anderer Form geplant

Osterwick. Dieses Konzert war ein Abschied von einer langen Konzertreihe, die im Rathaus in Osterwick von Lehrern der Musikschule insgesamt 18 Mal geprägt und bespielt wurden. Zahlreiche Besucher folgten auch bei dem letzten Konzert dieser Reihe am Montagabend der Interpretation der neun Musikschullehrer.

Dienstag, 18.02.2020, 17:58 Uhr
Mit den „Rosendahler Liederabenden“ enden auch die Rathauskonzerte der Musikschullehrer: Fortführung in anderer Form geplant
Anna Stasevich (Violoncello) und Michael Lippert (Klavier) leiteten das letzte Konzert der Musikschullehrer im Sitzungssaal des Rathauses ein. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Dorothea Roters, stellvertretende Bürgermeisterin, nannte den Grund, warum die Reihe der Rathauskonzerte damit endet: „Das Klavier steht uns nach Ende der Rosendahler Liederabende leider nicht mehr zur Verfügung. Wir würden gern diese Konzerte in abgespeckter und veränderter Form ohne Klavier fortführen.“ Das bestätigte Christoph Möllers, einer der Musikschullehrer: „Wir werden diese Reihe fortsetzen.“

Nach dem zustimmenden Applaus der rund 60 Besucher lenkten Anna Stasevich (Violoncello) und Michael Lippert (Klavier) den Fokus auf die Musik. Dafür hatten sie zwei sehr unterschiedliche Werke ausgesucht – von Sergej Rachmaninov spielten sie die Vocalise op. 34, Nr. 14 aus dem Jahr 1912. Aus der Sonate pour Violoncello et Piane FP 143 von Francis Jean Marcel Poulenc aus dem Jahr 1948 interpretierten sie den Satz „Cavatine“. Rachmaninovs Werk war voller melancholisch klingender Wendungen. Der russische Komponist stemmte sich mit der tonalen Auslegung gegen den Trend zur Atonalität seiner Zeit.

Poulencs Sonatensatz sprach eine ganz andere Sprache. Brüche, abrupte Wechsel von fließenden Klangfolgen und atonalen Bogenschwüngen am Violoncello, dann wieder kurz gezupfte Passagen und fließende Sequenzen markierten die verschiedenen Einflüsse, die Poulenc auch aus den Strömungen seiner Zeit gefiltert hatte. Christoph Möller (Violine) und Ralf Blasi (Klavier) holten die Besucher mit der Sonate op. 24, F-Dur von Ludwig van Beethoven, wieder in die klassische Musiksparte zurück. Typisch Beethoven könnte man sagen – denn von lyrischen Klängen bis zu beschwingten Passagen, die der Zeit um 1800 geschuldet sind, enthielt diese Sonate alles. Die Romantik war mit drei Liedern von Johannes Brahms ebenfalls vertreten. Arndt Winkelmann (Bariton) und Andrea Klusmann (Klavier) interpretierten die Lieder. Weg von klassischen Mustern führte Dragan Burmazovic (Akkordeon) mit seinem „Balkan Tune“, einem temperamentvollen Lied voller folkloristischer Anklänge des Balkans.

Zwischendurch brachten die neun Musikschullehrer dem Leiter der Musikschule Bernd Mertens noch ein Ständchen, denn er feierte an diesem Tag Geburtstag. Am Ende bedankte er sich mit Frühlingsblumen bei den Akteuren des Abends.

Als Abschluss folgte mit Georgi Markov (Trompete) und Natalia Markov (Klavier) der jazzige Ausklang mit dem Stück „Misty“ aus dem Jahr 1954. Auch dafür bedankte sich das Publikum mit großem Beifall.

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