Das Stück „Opa, dat reekt“ der Spielschar Holtwick feiert gelungene Premiere
Fröhlicher Abend fürs Publikum

Holtwick. Unerwartet musikalisch wurde es für das Publikum bei der Premiere des plattdeutschen Schwanks „Opa, dat reekt“, den die Spielschar Holtwick im Pfarrheim aufführte: Während der Pausen lieferte die Band „Ja bitte“ beste melodische Unterhaltung.

Montag, 02.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 06:02 Uhr
Das Stück „Opa, dat reekt“ der Spielschar Holtwick feiert gelungene Premiere: Fröhlicher Abend fürs Publikum
Oma Lena (Regina Lefering) bringt Versicherungsvertreter Friedhelm Friedlich (Berthold Deiger) an den Rand der Verzweiflung. Foto: az

„Die Idee dazu kam ganz spontan, nachdem wir für die Band ein paar Lieder ins Plattdeutsche übersetzt hatten. Warum also nicht während der Theatervorstellungen auftreten, hatten wir uns überlegt“, erläuterte Leiterin Barbara Kloster. Die gute Nachricht: Zu allen Abendvorstellungen dürfen sich die Zuschauer auf musikalische Einlagen freuen. Das Quartett überzeugte und erntete entsprechenden Applaus – nicht minder war das für die Theatergruppe der Fall: „Die Leute machen gut mit. Zur Generalprobe waren ja auch schon viele Kinder mit dabei. Wir sind alle super zufrieden“, resümierte Barbara Kloster. „Unsere Aufgabe ist es, dem Publikum einen schönen, fröhlichen Abend zu bescheren.“

Und das gelang den Darstellern, denn die Zuschauer mussten vor Lachen immer wieder nach Luft ringen: Wenn Oma Lena (Regina Lefering) partout kein Zeitungsabo abschließen wollte, Bäuerin Magda (Anne Althoff) den gesamten Inhalt eines Juwelierkatalogs samt Bestellnummern bei der Polizei als gestohlen meldete oder Opa Karl (Werner Niehoff) mit dem brandneuen Motorrad erst einmal einen Unfall baute. Das hatte er sich samt Beiwagen aber eigentlich nur deswegen angeschafft, ganz zum Missfallen seiner knittrigen Schwiegertochter Magda, um mit Oma in den Urlaub nach Italien zu reisen.

Als Karl einen Einbrecher auf frischer Tat ertappte, reichte allerdings ein Hieb aus, um Opa niederzuschlagen und ihn seines Geldbeutels zu berauben. Samt Beute flüchtete der Einbrecher mit Opas neuem Motorrad. „Die Polizei ist dran. Was uns fehlt fragen die. Damit es ersetzt werden kann“, erklärte Magda ihrem Gatten Paul (Gregor Lefering), der sich gerade andere Sorgen, als um das Diebesgut machte. „Hör’n sie zu, nehmen sie’n Stift raus“, fuhr Magda indes unbeirrt fort. „Ein Silberbesteck mit, ähm, 96 Teilen, ein Kaffee-Service aus Meissener Porzellan, ein Nerzmantel, ein Bärenfell, ein Kaffeevollautomat, ein Diamantring...“, las sie aus einem Bestellkatalog vor.

Am Vorfall beteiligt waren auch die Urlauber Heinz (Michael Konert) und seine Frau Lore (Susanne Kröger), die sich in der ganzen Geschichte als größtes, bemitleidenswertes Unfallopfer sah. Bauernschlau, wie Magda war, gelang es ihr, den beiden dank mangelnder Alternativen mitten im Nirgendwo einen Pensionspreis von 80 Euro pro Kopf und Nacht aufzudrücken – ohne Frühstück, verstand sich. „Die können von mir aus im Schweinestall schlafen“, kriegten sich Magda und Lore auch noch an die Köpfe.

Oma Lena schaffte es währenddessen ganz unbeabsichtigt, den Versicherungsvertreter mit ihrer eigenen Tüdeligkeit durcheinanderzubringen: „Friedhelm Friedlich, is dat nich niedlich“, freute sie sich über seinen Besuch. Dass Herr Friedlich (Berthold Deiger) ihr aber gar keine Zeitung andrehen wollte, wie er immer wieder betonte, verstand die alte Frau nicht.

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