Vortrag zum Thema Demenz mit Hilfestellungen zum Umgang mit betroffenen Personen
Erkrankten mehr Lebensfreude schenken

Darfeld. Wertvolle und praktische Tipps zum Umgang mit demenziell Erkrankten konnten die Teilnehmer des Seniorennachmittages im Haus der Begegnung in Darfeld mitnehmen. Gudula Schöttler, von Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin und im Verein Herbstlicht e.V. aktiv, brachte den Senioren mit leicht verständlichen Erklärungen und praktischen Beispielen, unter anderem mit kleinen Filmsequenzen, die richtige Begegnung mit demenziell Erkrankten nahe.

Donnerstag, 12.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 06:02 Uhr
Vortrag zum Thema Demenz mit Hilfestellungen zum Umgang mit betroffenen Personen: Erkrankten mehr Lebensfreude schenken
Wie man mit an Demenz erkrankten Personen richtig umgeht und worauf pflegende Angehörige achten sollten, darüber informierte Gudula Schöttler (links). Maria Bröker dankte ihr dafür mit einem Präsent. Foto: heg

Dazu gehörte selbstverständlich auch eine kurze und verständliche Einführung, was diese Krankheit ist und was sie ausmacht. Wichtig war Gudula Schöttler die Vermittlung, was ein Erkrankter an Fähigkeiten verliert, aber eben auch behält. So betonte sie: „Ein ganz wichtiger Punkt ist: Demenzkranken bleibt das Gespür für Stimmungen und Gefühle bis an ihr Lebensende.“ Daraus ergäben sich vielfältige Anforderungen im täglichen Umgang, die sie mit vielen praktischen Beispielen verdeutlichte. So dürfe man den demenziell Erkrankten nicht überfordern, zum Beispiel mit allgemein gehaltenen Aufgaben. Stattdessen seien eindeutige Aufgaben sinnvoll, die durch kleine Hilfestellungen – zum Beispiel das passende Geschirr anreichen, um den Tisch zu decken – unterstützt würden. Bei Beachtung dieser Tipps würde dem demenziell Erkrankten nicht nur geholfen, es bringe dem Erkrankten auch mehr Lebensfreude. „Demenzkranke bekommen mehr mit, als man denkt“, teilte sie den Anwesenden mit, und deshalb solle man immer versuchen, sich in die Welt der Demenzkranken einzufühlen und diese ernstzunehmen. Auf keinen Fall sollte man, Schöttler betonte dies eindrücklich: „Nie in Anwesenheit des Demenzkranken über ihn sprechen.“

Entlastung bräuchte der pflegende Angehörige natürlich auch, aber da sei ein Austausch mit Dritten ohne Anwesenheit des demenziell Erkrankten angebracht. Gegen Ende beantwortete sie Fragen, die den Senioren wichtig waren. Pfarrer em. Otto Banse war es zum Schluss wichtig zu sagen: „Bei allem, was man tut und was auch getan werden muss, ist unbedingt auf die Würde des Menschen zu achten.“ Dem schloss sich auch Maria Bröker im Namen der Senioren an, als sie Gudula Schöttler für den Vortrag dankte: „Es ist ein ernstes Thema, aber auch darüber muss gesprochen werden.“

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