Unterricht bis zu den Osterferien ausgesetzt / Notfallbetreuung bei Sonderfällen möglich
„Jeden Morgen Schule spielen“

Rosendahl. Leere Klassenzimmer, ruhige Schulhöfe – nachdem die Landesregierung aufgrund der derzeitigen Corona-Situation die Schließung aller Schulen verkündet hat, sind diese wie leergefegt. „Wir sind noch hier“, erklärt Thomas Middelberg, Leiter der Sebastian-Grundschule in Osterwick. Schließlich haben Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder bis einschließlich heute zur Schule in die Obhut der Lehrerschaft zu schicken, um sich auf die Situation vorzubereiten. So waren am Montag insgesamt 14 Kinder in den drei Rosendahler Grundschulen und an der Sekundarschule, davon acht in Holtwick, sechs in Osterwick und keine in Darfeld.

Dienstag, 17.03.2020, 09:58 Uhr
Unterricht bis zu den Osterferien ausgesetzt / Notfallbetreuung bei Sonderfällen möglich: „Jeden Morgen Schule spielen“
Der Schulhof ist wie leergefegt: Wegen des neuartigen Coronavirus sind die Schulen bis zu den Osterferien geschlossen. Bis dahin bleibt das Klettergerüst unberührt. Foto: Leon Eggemann Foto: az

„Neben der Betreuung werden parallel die Unterrichtsmaterialien erarbeitet“, so Middelberg weiter. Denn: Ferien haben die Kinder (noch) nicht. „Wir haben Wochenpläne mit passenden Aufgaben erstellt“, verrät er. „Auf unserer Homepage sind diese einsehbar.“ Grundlage der Pläne sei dabei der sogenannte Hausaufgaben-Erlass: „In der ersten Klasse sollen Kinder eine halbe Stunde Hausaufgaben bekommen“, nennt Middelberg ein Beispiel. „Diese Anzahl verdoppeln wir für unsere Aufgaben für zu Hause – ein Erstklässler lernt also pro Tag knapp eine Stunde.“

Ähnlich sieht es bei der Nikolaus-Grundschule in Holtwick aus: „Jeder Klassenlehrer hat den Kindern Aufgaben bis zu den Osterferien mitgegeben“, sagt Leiterin Claudia Lanca. „Wir haben den Schülern gesagt, sie sollen jeden Morgen Schule spielen.“ Neben den Lernmaterialien wurde dazu die mögliche Freizeitgestaltung der Schüler thematisiert. „Sie sollen nicht nur daddeln“, meint Lanca. „Gemeinsam wurden so mögliche Sportarten und Gesellschaftsspiele besprochen.“ Auf einen Service über die eigene Homepage verzichte man und informiere die Eltern per WhatsApp oder E-Mail über weitere mögliche Aufgaben. „Die Materialien dürfen letztlich nur Wiederholungen und Festigungen von bekannten Lerninhalten sein“, betont Andrea Lyding, Leiterin der Antonius-Grundschule in Darfeld. „Die Schüler müssen selbstständig lernen.“

Nicht nur für die Grundschulen, auch für Karin Emming, Leiterin der Sekundarschule Legden/Rosendahl, ist die derzeitige Situation äußerst ungewöhnlich. „Fast wie vor den Sommerferien“, sucht sie einen Vergleich. „Die Blumen müssen gegossen und die Räume aufgeräumt werden.“ Auch die älteren Schüler bekommen Materialien in Wochenplänen gestellt. „Die sind verbindlich“, mahnt Emming. Faul auf der Haut liegen, ist nicht. Für den Fall, dass zu Hause Fragen auftreten, hat sie eine Lösung. „Es gibt eine Mail-Liste, damit Schüler mit Lehrern in Kontakt treten können.“ Gemeinsam das Beste aus der Situation machen, das ist das Credo.

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