Nutzung der Notfallbetreuung in den Rosendahler Grundschulen
„Kinder kennen Schule mit mehr Action“

Rosendahl. Seit mittlerweile zwei Wochen ist der Unterricht bereits ausgesetzt, geöffnet sind die Rosendahler Grundschulen trotzdem – nach Erlass der Landesregierung bieten diese weiter die Notfallbetreuung an.

Dienstag, 31.03.2020, 06:42 Uhr
Nutzung der Notfallbetreuung in den Rosendahler Grundschulen: „Kinder kennen Schule mit mehr Action“
Der Schulhof ist leergefegt, die Klassenzimmer auch: Nur wenige Eltern haben das Angebot der Notfallbetreuung in Anspruch genommen. Foto: az

„Bei uns sind zurzeit vier Kinder gemeldet“, erklärt Claudia Lanca, Leiterin der Nikolaus-Grundschule in Holtwick. Diese seien auch in den Ferien weiter vor Ort. Innerhalb dieser Zeit spielen vor allem die hygienischen Vorschriften eine große Rolle: „Unsere Kollegen sind verpflichtet, den Sicherheitsabstand einzuhalten“, so Lanca. „Natürlich ist es schade, aber es geht nicht anders.“ So müsse das Lehrpersonal auch, wenn die Schüler ihre aufbekommenen Aufgaben bearbeiten, bei Hilfe auf Abstand bleiben. Die betreute Zeit werde allerdings nicht nur mit Lernen verbracht. „Bei schönem Wetter spielen die Kinder draußen, mal gucken sie gemeinsam einen Film“, ergänzt die Schulleiterin. Dabei werde deutlich, dass die derzeitige Ausnahmesituation nicht nur für die Erwachsenen besonders sei. „Auch die Schüler müssen sich daran erst einmal gewöhnen“, weiß Lanca. „Die Kinder kennen Schule mit mehr Action.“ Ob noch weitere Eltern die Notfallbetreuung beantragen, kann die Holtwicker Schulleiterin nicht ausschließen. „Von Tag zu Tag kann sich etwas ändern. Wir wissen nicht, was passieren wird“, macht sie die Ungewissheit deutlich. Wichtig sei aber: „Dieses Angebot sollte wirklich nur dann genutzt werden, wenn es nicht anders möglich ist. Je mehr Kinder nämlich vor Ort sind, desto höher ist auch das Risiko.“

Der gleichen Ansicht ist Andrea Lyding. „Auch die Eltern selbst sind in Sorge“, betont die Schulleiterin der Darfelder St.-Antonius-Grundschule. „Sie wissen, dass ihre Kinder in der Schule mit mehr Menschen in Kontakt kommen.“ Dementsprechend habe es in den vergangenen zwei Wochen niemanden gegeben, der die Notfallbetreuung in Anspruch genommen hat – am dem gestrigen Montag waren nun die ersten drei Kinder in der Schule. „Sie haben in Ruhe ihre Aufgaben erledigt, ansonsten gab es wie gewohnt eine Frühstücks- und Schulhofpause“, berichtet Lyding vom ersten Tag der Betreuung.

Auch in Osterwick nahm gestern ein Elternpaar die Notfallbetreuung in Anspruch. „Damit sind jetzt zwei Schüler vor Ort“, sagt Thomas Middelberg, Leiter der Sebastian-Grundschule. „Beide sind allerdings nicht jeden Tag da, je nach Arbeitssituation der Eltern.“ Bis 13 Uhr bleiben beide in der Schule, wo sie von zwei Lehrkräften betreut werden. „Wir wollen, dass die Kinder einen regelmäßigen Tagesablauf haben“, schildert Middelberg. So haben diese einen festen Platz in der Schule und können zwischen den mehreren Pausen ihre Aufgaben erledigen – so soll ein wenig Normalität in einer absoluten Ausnahmesituation geschaffen werden.

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