Schüler berichten aus dem „Home-Schooling“ vor ihren Abschlussprüfungen
Vorbereitung mit gemischten Gefühlen

Rosendahl. Eine Situation, die Schüler nur selten erleben: Die Schule bleibt für mehrere Wochen geschlossen, der Unterricht fällt aus und Aufgaben müssen zuhause erledigt werden. Besonders bei Schülern, die unmittelbar vor ihren Abschlussprüfungen stehen, sind diese Umstände nicht optimal. Das berichteten jetzt Theresa Kelliger und Dominic Engelen in einem Interview. Die beiden Osterwicker besuchen die zehnte Klasse der Sekundarschule und nutzen auch die aktuellen Osterferien zur Vorbereitung ihrer Zentralen Abschlussprüfungen im Mai.

Dienstag, 14.04.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 15:45 Uhr
Schüler berichten aus dem „Home-Schooling“ vor ihren Abschlussprüfungen: Vorbereitung mit gemischten Gefühlen
Mit gemischten Gefühlen bereitet sich Dominic Engelen auf die Prüfungen vor. Einerseits bekommt er von der Schule viele Aufgaben, die er zur Vorbereitung nutzen kann, andererseits ist es ohne direkten Ansprechpartner schwierig, sich alte Lerninhalte wieder ins Bewusstsein zu rufen. Foto: privat

Was ist die größte Umstellung im „Home-Schooling“?

Dominic: Die größte Umstellung ist, dass ich mir die Zeit für die Aufgaben frei einteilen muss und keinen direkten Ansprechpartner habe. Ich muss eine Mail schreiben – oder habe das Glück, die Telefonnummer von einigen Lehrern zu haben.
Theresa: Das stimmt, man hat nicht so einen geregelten Alltag wie in der Schule. Man steht erst später auf und macht mehr Pausen.
Dominic: Außerdem sieht man seine Freunde nicht mehr und wir können uns nicht mehr persönlich austauschen.

Wie liefen die ersten Tage und wie sieht euer Alltag momentan aus? Woher bekommt ihr die Aufgaben, die ihr bearbeitet?

Theresa: Die ersten Tage waren ungewohnt. Man hat die Aufgaben nach Gefühl bearbeitet, weil man ja keine festen Stunden mehr hatte und somit nicht wusste, wie viele Aufgaben man an einem Tag bearbeiten muss.
Dominic: Ich konnte die erste Zeit noch recht gelassen angehen, weil ich eigentlich das Gefühl hatte, Ferien mit Hausaufgaben zu verbinden. Die zweite Woche war schon nicht mehr so entspannt, weil einem der Kontakt zu den Freunden und Mitschülern fehlt.
Theresa: Mittlerweile hat man sich aber daran gewöhnt und kann sich alles aufteilen, wie man möchte. Somit bearbeitet man die Aufgaben über den ganzen Tag verteilt. Diese haben wir in einigen Fächern bereits im Vorfeld bekommen. Andere erhalten wir über die Internetseite der Schule.
Dominic: Ich teile mir meine Aufgaben so ein, wie es für mich am sinnvollsten ist. An einem Tag mache ich zum Beispiel Mathe und an einem anderen Deutsch.

Wie steht ihr mit euren Lehrern und Mitschülern in Kontakt?

Dominic: Die Lehrer können wir telefonisch, per Mail oder auch über Whats-App erreichen.
Theresa: In Mathe habe ich zum Beispiel die Ergebnisse einer Aufgabe an meine Lehrerin geschickt, die diese kontrolliert und mir eine entsprechende Hilfestellung angeboten hat. Dadurch konnte ich meine Fehler nachvollziehen. Mit meinen Mitschülern stehe ich über WhatsApp und per Telefon in Kontakt. Dadurch können wir untereinander kommunizieren und uns auch bei Problemen helfen.

Was vermisst ihr an der Schule am meisten?

Theresa: Ich vermisse am meisten meine Freunde.
Dominic: Mir fehlt besonders der strukturierte Tagesablauf und das Miteinander in der Klasse.

Wie laufen die Vorbereitungen für die anstehenden Abschlussprüfungen? Nutzt ihr auch die Ferien dazu?

Dominic: Die Vorbereitungen laufen mit gemischten Gefühlen ab. Zum einen bekommen wir viele Aufgaben, mit denen wir uns gut für die Zentralen Abschlussprüfungen vorbereiten können. Zum anderen muss man sich Dinge, die nicht mehr so geläufig sind, über Google oder Youtube wieder ins Bewusstsein rufen.
Theresa: Für die Abschlussprüfungen haben wir früh verschiedene Materialien bekommen, da man mit der Schulschließung gerechnet hat. Wir haben die Aufgaben immer „Corona-Aufgaben“ genannt und uns beschwert, warum es so viele sind. Mittlerweile versteht man es jedoch. Wir müssen zum Teil auch einige alte Themen wieder auffrischen. Ich nutze die Ferien zusätzlich zur Vorbereitung für einzelne Themen, bei denen ich noch Lücken habe.
Dominic: Auf jeden Fall nutze ich auch die Ferien zur Vorbereitung, da die Zeit aufgrund der fehlenden drei Wochen in der Schule sonst zu knapp werden würde.

Wie vertreibt ihr euch die Freizeit in der Corona-Krise?

Dominic: Da wir einen großen Garten haben, kann ich mich dort gut beschäftigen. Ich videochatte auch mit meinen Freunden und schaue Serien und Filme.
Theresa: In der Corona-Krise vertreibe ich mir die Zeit außerdem mit gemeinsamen Spielen innerhalb der Familie.

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