Kulturbeauftragte Melanie Hinske-Mehlich zur aktuellen Situation
„Mehr Wertschätzung nach Pandemie“

Rosendahl. Kaum in Worte fassen kann Melanie Hinske-Mehlich, Kulturbeauftragte der Gemeinde, wie hart die Corona-Pandemie die Freizeit- und Unterhaltungsbranche getroffen hat. Auch an Rosendahl gehen die Folgen nicht spurlos vorbei, so wird die Lesung „Wenn Overbeck (wieder-) kommt…“ mit Roland Jankowsky, die für den 28. April angesetzt war, ausfallen. Auf der Kippe steht momentan noch das Torhaus-Konzert in Holtwick, das am 7. Juni stattfinden soll.

Mittwoch, 15.04.2020, 15:38 Uhr
Kulturbeauftragte Melanie Hinske-Mehlich zur aktuellen Situation: „Mehr Wertschätzung nach Pandemie“
Gute Musik bei einem kühlen Getränk unter freiem Himmel genießen – das macht die Torhaus-Konzerte aus, so auch im Jahr 2018. Ob das Konzert in diesem Jahr am 7. Juni stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Foto: Archiv

Mit einem Schreiben wendet sich die Kulturbeauftragte jetzt an alle Inhaber der diesjährigen Kulturkarte. „Wenn Museumsbesuche, Reisen, der Besuch von Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Brauchtumsfesten wieder möglich sind, werden wir das Verpasste nachholen und den Künstlern, Veranstaltungstechnikern und allen, die damit zu tun haben, die Chance geben, diese Ausnahmesituation zu überstehen“, kündigt Melanie Hinske-Mehlich an. So auch die Lesung mit Jankowsky, die gegen Jahresende nachgeholt werden soll. „Wir führen bereits Gespräche, um einen Termin abzustimmen“, berichtet die Kulturbeauftragte. Die Lesung soll, wie geplant, an einem Samstag stattfinden. Das gestalte sich allerdings nicht ganz einfach, denn bei Jankowsky stünden viele Nachholtermine an und auch die Dreharbeiten für die Serie „Wilsberg“, bei der er mitwirkt, würden bald beginnen. Wer sein Geld für die ausgefallene Lesung zurückerstattet bekommen möchte, kann sich bei Hinske-Mehlich unter Tel. 02547/77222 melden.

Ob das Torhaus-Konzert stattfinden werde, stehe noch in den Sternen. Die Gemeinde stünde in stetigem Kontakt mit dem Heimat- und Kulturverein Holtwick. „Aus jetziger Sicht macht eine Durchführung keinen Sinn.“ Man wolle die nächsten Erlasse abwarten, „denn wir brauchen konkrete Ansagen.“ Momentan gilt die Anweisung, alle Veranstaltungen bis zum 30. April abzusagen. „Meiner Meinung nach sollte das noch länger durchgezogen werden“, meint die Kulturbeauftragte. Wohlwissend, dass viele Beteiligte darunter leiden würden. „Aber die Gesundheit unserer Besucher geht vor.“ Und auch wenn das Konzert durchgeführt werden sollte: „Catering können wir vermutlich ohnehin nicht anbieten. Dann ist das Torhaus-Konzert nicht mehr das Torhaus-Konzert.“ Im Fall einer Absage soll es keinen Nachholtermin geben.

Wie schwierig sich die Situation darstellt, habe Melanie Hinske-Mehlich bereits vor dem Still-Collins-Konzert am 7. März festgestellt. „Die Vorbereitungen zum Konzert haben mich als Kulturbeauftragte auch an meine persönliche Grenze gebracht. Bis Mittags am Tag zuvor stand nicht fest, ob die Veranstaltung stattfinden darf oder nicht. Insbesondere meine Verantwortung für die Gesundheit aller haben mir doch sehr zu schaffen gemacht. Gleichwohl gilt es, Verträge einzuhalten und Regressforderungen zu vermeiden. Wie schlimm es werden würde, war zu diesem Zeitpunkt auch nur zu erahnen“, schreibt Hinske-Mehlich in ihrer Stellungnahme. „Wir haben mit der Nutzung der ganzen Sporthalle und der lockeren Bestuhlung eine in der damaligen Lage gute Lösung gefunden. Auch die Besucher haben sich gut verhalten“, blickt sie dankbar für die Rücksichtnahme zurück.

„Nach der Pandemie muss es weitergehen. Wenn die Krise vorüber ist, habe ich die Hoffnung, dass wir es wieder etwas mehr zu schätzen wissen, was wir haben“, glaubt Hinske-Mehlich.

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