Sekundarschüler an Gemeinschaftsprojekt am Jüdischen Friedhof in Legden beteiligt
„Durch Erzählungen die Menschen berühren“

ROsendahl/Legden. Sekundarschüler aus Legden und Rosendahl packen mit an: Verwahrlost ist der Jüdische Friedhof in Legden an der B 474 – jetzt soll er aber neu gestaltet werden und so als ein Ort des Gedenkens und des Erinnerns mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dafür engagieren sich der Heimatverein Legden und die Sekundarschule Legden Rosendahl.

Sonntag, 26.04.2020, 20:48 Uhr
Sekundarschüler an Gemeinschaftsprojekt am Jüdischen Friedhof in Legden beteiligt: „Durch Erzählungen die Menschen berühren“
Der Jüdische Friedhof in Legden soll als Ort des Gedenkens würdiger gestaltet werden. Die Sekundarschule Legden Rosendahl ist an diesem Gemeinschaftsprojekt beteiligt. Foto: privat

Für die Neugestaltung des Jüdischen Friedhofs hat der örtliche Heimatverein über das Förderprogramm Heimat-Scheck eine Förderung von 2000 Euro bekommen, 500 Euro kommen als Eigenanteil dazu. „An dem Gemeinschaftsprojekt ist auch die Sekundarschule Legden Rosendahl beteiligt“, erläutert Gerd Heuser als Vorsitzender des Heimatvereins.

Normalerweise könnten die Arbeiten jetzt beginnen. „Wir wollten bis Ende April und bis zur Namensfeier der Sekundarschule fertig sein.“ Dann soll die Sekundarschule den Namen Paulus-van-Husen-Schule tragen. Damit wird an den Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnert. „Das passt sehr gut“, zieht Heuser eine Verbindung zu dem gemeinsamen Projekt. Aufgrund der Schulschließungen wegen des Coronavirus kann dieser Zeitplan allerdings nicht eingehalten werden.

„Der verwahrloste Zustand des Friedhofs ist sicherlich kein ehrendes Erinnern“, so Gerd Heuser. Durch die Herrichtung und Verschönerung des Jüdischen Friedhofs sollen die Aufenthaltsqualität, die Besuchsfrequenz und besonders auch die Wahrnehmung des Friedhofs gesteigert werden. Der Ort soll zum Verweilen einladen. Vor dem eigentlichen Jüdischen Friedhof sollen Informationstafeln aufgestellt werden.

Erklärende Infotafeln werden zum einen das Projekt selbst erläutern, zum anderen die Geschichte des Jüdischen Friedhofs und die der jüdischen Familien in Legden. Durch das Schicksal einzelner Personen soll Geschichte lebendig und nachfühlbar werden. „Auf eine ansprechende und fesselnde Art wird somit das Kapitel des Nationalsozialismus vermittelt“, so heißt es in dem Antrag: „Wir wollen nicht mahnen oder anklagen, sondern durch die Erzählung etwas in den Menschen bewegen und sie berühren.“ Bis 1938 wurden auf dem Friedhof die jüdischen Mitbürger beigesetzt. Die meisten Grabsteine sind aber aus noch älteren Tagen.

Neue Blumenbeete, eine Neuanpflanzung der Hecke, die teilweise nicht mehr existiert, und eine Parkbank – das alles gehört zu den Plänen, die Heimatverein und Sekundarschüler gemeinsam umsetzen werden. Auch zwei große Bäume sollen angepflanzt werden. Und mit Rindenmulch sollen die Friedhofswege kenntlich gemacht werden. Gemeinsam mit der Sekundarschule soll auch eine nachhaltige Pflege gesichert sein.

Für die Sekundarschüler ist es nicht die erste Auseinandersetzung mit der Geschichte der jüdischen Mitbürger. 2018 hatten sich die siebten Klassen in Legden innerhalb des Religionsunterrichts mit Pastoralreferent Daniel Tenbrink und dem pensionierten Realschullehrer Hermann Löhring auf Spurensuche begeben und viel über die Schicksale der beiden Legdener jüdischen Familien Rosenbaum und Seligmann erfahren. An beide Familien erinnern Stolpersteine an der Hauptstraße 22 und der Kirchstraße 18. Einige ihrer Vorfahren sind auf dem Jüdischen Friedhof beerdigt.

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