Einkaufshilfe während der Corona-Krise
Mit kleinen Gesten Großes leisten

Osterwick. Um gemeinsam die Corona-Krise zu überstehen, braucht es vor allem eines: Zusammenhalt. Dass mit kleinen Gesten schon Großes geleistet werden kann, zeigen die vielen Ehrenamtlichen in ganz Rosendahl, die für die Risikogruppen Einkäufe erledigen – von der Landjugend bis hin zu den Sportvereinen greifen alle zum Einkaufswagen, um ihren Teil beizusteuern, unter anderem die erste Mannschaft von Westfalia Osterwick.

Montag, 27.04.2020, 06:32 Uhr
Einkaufshilfe während der Corona-Krise: Mit kleinen Gesten Großes leisten
Auf der Suche nach dem passenden Schmierkäse: Bei der Einkaufshilfe müssen Lars Knipper und Sebastian Graute genau nachschauen, welcher Artikel gewünscht ist. Foto: Leon Eggemann

„Unser Team hat momentan sowieso mehr Freizeit, da wir nicht trainieren und spielen können“, erklärt Kapitän Lars Knipper. Seit mehreren Wochen machen sich zwei Spieler jeweils dienstags und donnerstags mit Einkaufsliste auf dem Weg zum Supermarkt. Heute hat er zusammen mit Mitspieler Sebastian Graute Dienst – noch am Vortag haben sie von Ewald Belker einen Auftrag erhalten. „Die Resonanz ist durchweg positiv. Wir bekommen oft Lob zugesprochen, während wir einkaufen“, führt Knipper aus. So auch heute: Kaum sind sie mit ihren auffällig roten Trikots im Supermarkt, werden sie von einem Bekannten angesprochen: „Echt tolle Aktion, weiter so.“ Gleich mit positivem Feedback beginnt die Suche nach den ersten Lebensmitteln. Während Graute einen Feldsalat in den Einkaufswagen packt, durchkämmt Knipper das Kühlregal – Pudding und Sahne-Kefir sollen es sein.

Beim Käse tritt dann ein erstes kleines Problem auf: „Ich weiß nicht, welcher Schmierkäse der richtige ist“, sagt Graute. Doch die Kicker wissen sich zu helfen: Schnell wird das Handy gezückt und Google gefragt, wie denn der gesuchte Artikel genau aussieht. „Hab ihn“, lacht Graute. Weiter geht es zur Fleischtheke – während die Verkäuferin die gewünschte Schinkenwurst abpackt, erzählt Knipper: „Der Service wird sehr geschätzt. Das sieht man daran, dass wir bis jetzt auch jede Woche zweimal unterwegs waren.“ Besonders motivierend sei dabei die Dankbarkeit der Menschen, die die Einkaufshilfe in Anspruch nehmen. „Sie bedanken sich immer sehr höflich und recht viel“, lächelt der Westfalia-Kapitän. „Nach jedem Telefonat fragen sie nach, ob der Service in der nächsten Woche noch weiterläuft.“ Dementsprechend solle die Aktion auch fortgeführt werden.

Bei den Getränken wandert als nächstes Mineralwasser und alkoholfreies Bier in den Einkaufswagen – fehlen nur noch die passende Schokolade und eine Sportzeitschrift. Danach geht es schon zur Kasse – gezahlt wird per Überweisungsträger. Jetzt nur noch die Produkte ins Auto laden und ab zu Ewald Belker. Dieser wird kurz per Telefon informiert, dass der Einkauf auf dem Weg ist. An der Wohnung angekommen, werden die jungen Männer schon erwartet – mit passendem Abstand nimmt Ewald Belker die Waren entgegen. „Als ich von dieser Aktion in der Zeitung gelesen habe, habe ich mir gedacht ,Das ist ein Volltreffer’ und sofort angerufen“, lacht Belker, der als Ehrenpräsident bestens mit der Westfalia vertraut ist. „Am Anfang war ich gespannt, wie die jungen Burschen einkaufen gehen“, berichtet er. „Es läuft wirklich super, ich bin sehr dankbar für diesen Dienst.“

Ein letzter kleiner Smalltalk, dann geht es für die zwei Spieler zurück auf den Heimweg. Noch im Treppenhaus ruft Ewald Belker ihnen hinterher: „Ich melde mich dann in den nächsten Tagen wieder.“

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