Melanie Feldkamp und Markus Lindner wünschen sich Sonderregelung für Außengastronomie
(K)eine Chance für Kreativität

Darfeld. Die Idee ist nicht einfach aus einer Laune heraus entstanden. Nein, Kreativität ist gefragt, sagt Melanie Feldkamp, denn die Realität kommt schonungslos daher: „Es geht für unser Haus auch ums Überleben.“ Deshalb würde die Darfelderin gemeinsam mit ihrem Partner Markus Lindner gerne auf der Freifläche vor ihrem Hotel-Restaurant eine Außengastronomie einrichten – vorübergehend und mit eingeschränkten Zeiten. Das Problem: Nach Einschätzung der Gemeindeverwaltung ist das nicht zulässig.

Dienstag, 02.06.2020, 06:50 Uhr
Melanie Feldkamp und Markus Lindner wünschen sich Sonderregelung für Außengastronomie: (K)eine Chance für Kreativität
Auf dieser Fläche vor dem Hotel-Restaurant Feldkamp in Darfeld wollen Melanie Feldkamp (rechts) und Markus Lindner vorübergehend eine Außengeastronomie betreiben. Die Gemeindeverwaltung stuft das allerdings als nicht zulässig ein. Foto: Frank Wittenberg

Im April 2015 habe sie von der Gemeinde ein Schreiben bekommen, mit der ihr die Konzession für die Außengastro aberkannt worden sei. Vor dem Hintergrund des Anliegerschutzes dürfe seitdem der kleine Biergarten neben dem Saaleingang nicht mehr betrieben werden. „Aber hier geht es ja nicht um den Biergarten“, betont Markus Lindner. Vielmehr sei der Wunsch, auf der asphaltierten Fläche Richtung Darfelder Markt eine Bewirtung möglich zu machen. „100 Quadratmeter, fünf Tische, zwei Sonnenschirme, Platz für maximal 25 Gäste“, rechnet er vor. Zeitgleich klar begrenzt: wochentags bis 21.30, an den Wochenenden bis 22 Uhr.

Ein Zusatzangebot, das in Corona-Zeiten von entscheidender Bedeutung sein könne. Denn auch Melanie Feldkamp und Markus Lindner mussten wie viele andere Gastronomen die Erfahrung machen, dass die Besucher nach wochenlanger Schließung trotz der Lockerungen noch sehr zurückhaltend seien. „Viele meiden noch den Innenbereich, gerade bei sommerlichen Temperaturen“, berichtet die Inhaberin. Draußen wiederum könne unkompliziert bewirtet werden – was zum Beispiel den vielen Radfahrergruppen entgegenkomme, die ja zurzeit die geschlossenen Türen des Bahnhofscafés vorfinden würden. Folglich hoffe sie auf eine vorübergehende Sondernutzung der Fläche vor den Restaurant-Eingang.

Das sei allerdings nicht umzusetzen, erklärt Bürgermeister Christoph Gottheil auf Anfrage. Der Schutz der Anlieger lasse an diesem Standort keine Außengastronomie zu, das sei schon seit Jahren bekannt. „Das müssen wir einhalten“, betont Gottheil, der bei einer Sonderregelung mit einem Veto aus dem nachbarschaftlichen Umfeld rechne. Nicht zuletzt gehe es darum, das Restaurant zu schützen: „Wir wollen nicht, dass es durch etwaige Einwendungen noch schwieriger wird, die Konzession für den Betrieb zu erhalten.“

Melanie Feldkamp und Markus Lindner können das nicht nachvollziehen. „In anderen Orten wie Dülmen oder Coesfeld wird ganz unkompliziert reagiert, um eine erweiterte Außengastronomie möglich zu machen“, verweist Melanie Feldkamp auf vielfältige Aktivitäten, um den Gastronomen durch die schwere Zeit zu helfen. „Hier haben wir nicht mal ein Platzproblem.“

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