Interview mit Melanie Hinske-Mehlich und Christoph Gottheil
Kultur-Angebot für 2020 gestrichen

Rosendahl. Knapp drei Monate ist es her, dass Still Collins vor knapp 450 Zuschauern in der Osterwicker Zweifachturnhalle aufgetreten ist – inzwischen hat sich einiges verändert, es war das vorerst letzte kulturelle Angebot der Gemeinde. Seitem wurde schließlich jede Veranstaltung corona-bedingt abgesagt. Im Interview mit Redaktionsmitglied Leon Eggemann sprachen Kulturbeauftragte Melanie Hinske-Mehlich und Bürgermeister Christoph Gottheil darüber, wann erste Veranstaltungen wieder stattfinden und wie mit der Kulturkarte umgegangen wird.

Samstag, 06.06.2020, 05:45 Uhr
Interview mit Melanie Hinske-Mehlich und Christoph Gottheil: Kultur-Angebot für 2020 gestrichen
Foto: az

Frau Hinske-Mehlich, wie schade ist es für Sie persönlich, dass so viele Kultur-Veranstaltungen ausgefallen sind, wenn man die ganze Arbeit dahinter bedenkt?

Hinske-Mehlich: Natürlich ist es schade, aber die Sicherheit der Zuschauer steht stets im Vordergrund. Meine Arbeit spielt da eher eine Nebenrolle, viel mehr vermisse ich das Menschliche und das Miteinander bei den Veranstaltungen. Leider gibt es die aktuelle Situation nicht anders her.

Gibt es Hoffnungen, dass in den kommenden Wochen und Monaten wieder kulturelle Angebote stattfinden können?

Gottheil: Stand heute gilt mit Blick auf die aktuellen Regelungen der Coronaschutz-Verordnung, dass sämtliche Großveranstaltungen bis zum 1. September untersagt sind. Theoretisch würde Ingo Oschmann am 12. September wohl vor Hunderten Rosendahlern auftreten. Wir wollen aber nicht von Null auf Hundert schalten. Wir haben deshalb beschlossen, 2020 keine Kulturveranstaltungen mehr durchzuführen.

Hinske-Mehlich: Wir wollen nicht manche Veranstaltungen stattfinden lassen und andere nicht – ein Flickenteppich soll verhindert werden. Mit dieser Entscheidung haben alle Beteiligten Planungssicherheit. Der Aufwand, um alle Hygiene-Maßnahmen einzuhalten, hätte arbeitstechnisch den Rahmen gesprengt. Dazu hätten die Veranstaltungen nicht den gleichen Charakter.

Was sagen die Künstler dazu? Gibt es bereits Nachholtermine?

Hinske-Mehlich: Die Künstler haben zum Großteil verständnisvoll reagiert. Wir wollen alle ausgefallenen Veranstaltungen wiederholen, zurzeit führen wir diesbezüglich Gespräche mit den Künstlern. Wir sind zuversichtlich, innerhalb der Sommerferien Termine für das nächste Jahr bekannt zu geben.

Wie sieht es denn dann mit der Kulturkarte aus?

Hinske-Mehlich: Die Gültigkeit der Kulturkarte wird um ein Jahr verlängert. Dafür wird im Gegenzug im kommenden Jahr keine neue Kulturkarte angesetzt. Letztendlich soll das ausgefallene Angebot 2021 eins zu eins gespiegelt werden – es werden keine neuen Künstler eingeplant.

Gottheil: Hier gilt der Merkspruch: Wo 20 draufsteht, ist 21 drin. Wenn Käufer aus etwaigen Gründen nicht an den Veranstaltungen 2021 teilnehmen wollen, wird hier der Betrag fair zurückerstattet. Andersherum können Interessierte die Kulturkarte für das nächste Jahr noch kaufen.

Werden dann auch gelaufene Veranstaltungen wie Still Collins im nächsten Jahr wiederholt?

Hinske-Mehlich: Nein, nach aktuellem Stand soll im nächsten Jahr am 30. Mai mit dem Open Air am Torhaus die erste Veranstaltung wieder stattfinden.

Gottheil: Ziel ist es dabei, das Kalenderjahr 2021 zu entzerren. Außerhalb der Kultur werden wohl sehr viele Termine, die corona-bedingt verschoben wurden, in die erste Jahreshälfte 2021 gelegt. Neben der Organisation des Rathauses gibt es weitere Akteure wie der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Darfeld oder die Musikkapelle Holtwick, die Nachholveranstaltungen im kommenden Frühjahr planen. Die Bürger sollen bei so vielen Terminen nicht in Hetze geraten, sondern die anstehenden Kultur-Angebote freudig erwarten.

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