Interview mit Knut Kasche als neuer Leiter der Sekundarschule
„Stets die Schüler im Blick haben“

Rosendahl/Legden. Alles andere als normal gestalteten sich die ersten Tage für Knut Kasche als neuer Leiter der Sekundarschule Legden Rosendahl. Wirbelt doch die Corona-Pandemie im Schulalltag vieles durcheinander. Dennoch nutzte Kasche, der in der vergangenen Woche als Leiter eingeführt wurde (wir berichteten) die ersten Tage, um Schule, Schüler und Kollegen kennenzulernen. Im Interview berichtet er unter anderem, welche Schwerpunkte er an der Schule setzen will und wo er die Sekundarschule in zehn Jahren sieht.

Dienstag, 16.06.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 17:34 Uhr
Interview mit Knut Kasche als neuer Leiter der Sekundarschule: „Stets die Schüler im Blick haben“
Knut Kasche ist der neue Leiter der Sekundarschule. Foto: Leon Seyock

Inwieweit konnten Sie die Schule in den ersten Tagen bereits kennenlernen?

Knut Kasche: Die ersten Tage waren sehr spannend. Überall neue, freundliche Gesichter und Namen, die es gilt zu lernen. Ich konnte bereits einige kurze Gespräche führen. Dies werde ich in den nächsten 14 Tagen intensivieren. Am Standort Legden habe ich die Gelegenheit genutzt und konnte mit dem Hausmeister bereits auch das Gelände kennenlernen. In Osterwick ergab sich diese Möglichkeit aufgrund der Termindichte noch nicht. Aber beide Standorte machen einen tollen Eindruck. Insgesamt waren die ersten Tage sehr positiv und hatten viele Eindrücke, die es zu verarbeiten gilt.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie an die Stelle als Schulleiter heran?

Kasche: An Schulleitung wird zurecht die Erwartung gestellt, dass es eine klare Haltung in der Führung gibt. Genau diese Erwartung möchte ich erfüllen. Eine Schule mit zwei Standorten hat viele Herausforderungen, bietet aber auch Chancen. Alle Kollegen im Blick zu behalten ist mit Sicherheit eine große Aufgabe, die ich hoffentlich immer erfüllen kann. Das Gleiche gilt für die Schüler – auch wenn mir bewusst ist, dass eine Schulleitung es nicht immer allen recht machen kann. Weiterhin ist man als Schulleiter das Gesicht nach außen. Es gilt, allen Ansprüchen möglichst gerecht zu werden, was sicherlich nicht immer einfach ist. Jeden Tag sein Bestes geben – das fasst meine Erwartung als Schulleiter ganz gut zusammen.

Was sind Ihre Ziele an der Sekundarschule? Was wollen Sie verändern? Welche Schwerpunkte setzen Sie?

Kasche: Die Sekundarschule hat ohne Frage als Schulform in der Öffentlichkeit keinen einfachen Stand. Eltern zu überzeugen, dass ihre Kinder an einer Sekundarschule sehr gut lernen können, das ist ein Ziel. Immerhin bietet die Sekundarschule die beste Schüler-Lehrer-Relation aller Schulformen. Das ermöglicht andere Lernformen. Insgesamt kann das nur durch eine überzeugende pädagogische und konzeptionelle Arbeit gelingen. Die Schule vor Ort anbinden und als Lernort attraktiv machen, Angebote schaffen, die andere Schulen in der Form nicht haben, Kooperationen mit Betrieben vor Ort schaffen – zeigen, dass die Sekundarschule eine Schulform ist, an der man gut lernen kann. Wir vergeben an unserer Schule nicht nur den Hauptschulabschluss, sondern auch den mittleren Schulabschluss und bereiten Schüler auf das Abitur vor. Wir möchten Kindern die Chance geben, in einem anderen Tempo als vielleicht an Realschulen und Gymnasien zu lernen und trotzdem den mittleren Schulabschluss oder die Qualifizierung für die gymnasiale Oberstufe zu erreichen. Ziel muss langfristig die Dreizügigkeit der Schule sein. Das geht nicht von heute auf morgen. Wichtig ist aber bei allem, was wir tun, stets die Schüler und das System im Blick zu haben.

Wie sichern Sie auch in Zukunft ein Fortbestehen der Schule?

Kasche: Die Schule muss dauerhaft zu einem Ort werden, an dem man gut lernen kann. Hier sind wir als Schule gefragt, Kollegen zusammen mit der Schulleitung. Stichwort Schulentwicklung: Das ist und bleibt ein laufender Prozess. Wir müssen immer wieder unsere Arbeit hinterfragen und es passgenau machen. Das bedeutet nicht, dass wir das Rad ständig neu erfinden müssen, aber mit der Zeit gehen und Veränderung als Chance begreifen. Das bedeutet manchmal auch, sich von vertrauten Dingen zu trennen und bereit sein, gemeinsam neue Wege zu gehen. Wir müssen auch erkennen, wenn etwas in die falsche Richtung läuft und dann eingreifen. Schulentwicklung ist jeden Tag herausfordernd und geht nur im Team.

Wo sehen Sie die Sekundarschule in zehn Jahren?

Kasche: Soweit in die Zukunft zu blicken, ist gewagt und schwierig. Man sieht ja in der aktuellen Situation, wie schwierig es nicht nur für Schule ist, weiter gut zu funktionieren und das nächste Jahr sicher planen zu können. Ich würde mir sehr wünschen, dass die Sekundarschule als Schulform die Chance bekommt, die sie verdient. Die Schule muss gut ausgestattet sein, um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Nur so kann Schülern die Möglichkeit eines guten Lernortes geboten werden. Das Zwischenmenschliche wird auch in Zukunft ein wichtiger Faktor sein. Jeden Tag als Lehrer Ansprechpartner für seine Schüler zu sein, das wird sich nicht ändern. Das Lernen hingegen wird sich sicherlich in den nächsten zehn Jahren auch bei uns verändern. Hierauf wird sich auch die Sekundarschule als Schulform einstellen müssen. Aber prinzipiell sollte die Sekundarschule eine Schule sein, zu der Kinder gerne hingehen und lernen können.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Arbeit am meisten?

Kasche: Ich freue mich auf die Arbeit mit den Schülern und Kollegen, gemeinsam pädagogische und konzeptionelle Arbeit zu leisten und die Schüler zum Abschluss zu führen. Ich freue mich aber mit Sicherheit auch auf das eine oder andere persönliche Gespräch mit dem Kollegium. Weiterhin freue ich mich darauf, die Schule weiterzuentwickeln. Alle an der Schule Beteiligten kennenlernen, mit ihnen gemeinsam diesen Weg gehen und über gute Schritte zum Erfolg der Schule nachzudenken, das motiviert mich in der Arbeit.

Beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten.

Kasche: Spontan, Frohnatur, Realist.

Nachrichten-Ticker