Aufarbeitung des Corona-Ausbruchs bei Westfleisch in der Ratssitzung
Keine Feststellung von erheblichen Verstößen

Rosendahl (leg). Die Gesamtsituation rund um den Corona-Ausbruch bei Westfleisch und die damit zusammenhängenden Wohn-Verhältnisse der angestellten Mitarbeiter hat Bürgermeister Christoph Gottheil nach Anfrage der CDU-Fraktion in der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien nochmals gründlich aufgearbeitet.

Samstag, 27.06.2020, 13:46 Uhr

Insgesamt hatten sich im Rahmen des Ausbruchs 85 mit Wohnsitz in Rosendahl gemeldete Menschen infiziert. „Deren Wohnsituation stellt sich unterschiedlich dar. Zum einen leben die Menschen in den Ortsteilen Darfeld, Holtwick und Osterwick in klassischen Mietwohnungen, teilweise auch als gesamte Familie. Daneben gibt es jedoch auch in Rosendahl Sammelunterkünfte, in denen viele Menschen auf relativ engem Raum leben“, erklärte Gottheil. Bei Begutachtung von einigen der Rosendahler Sammelunterkünfte durch die Bezirksregierung Münster, den Kreis Coesfeld und die Gemeinde Rosendahl seien mit Ausnahme von geringen Mängeln (z. B. Unordnung in den Räumen oder fehlende Desinfektionsmittel) dabei jedoch keine erheblichen Verstöße festgestellt worden. „Insbesondere wurden keine unzulässigen Überbelegungen konstatiert“, betonte der Bürgermeister. „Die Eingriffshürden für die örtlichen Ordnungsbehörden sind allerdings recht hoch.“ So läge nach dem Wohnungsaufsichtsgesetz eine Überbelegung erst dann vor, wenn einem Erwachsenen weniger als neun und einem Kind weniger als sechs Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen. Bei der Berechnung der Werte werden Gemeinschaftsflächen wie Flure, Bäder, Abstellräume und Gemeinschaftsküchen mit in die Berechnung einbezogen.

„Die zukünftige Entwicklung hängt nunmehr wesentlich von den durch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigten gesetzlichen Regelungen zum Werkvertragsrecht ab“, so Gottheil. „Eine unmittelbare Einflussnahme durch die örtlichen Ordnungsbehörden im Sinne einer grundsätzlichen Neuordnung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse ist nicht gegeben.“

Abseits der Geschehnisse um Westfleisch können auch die Wohnverhältnisse in Sammelunterkünften einen Corona-Ausbruch im Personenkreis der Asylbewerber/Flüchtlinge begünstigen, wie Gottheil ergänzte. Für alle Objekte, ob Sammelunterkünfte oder klassische Wohnungen, liege ein Hygienekonzept vor, das den Menschen auch bekannt sei – Infizierungen seien bisher nicht festgestellt worden. „Wir schätzen die Lage momentan als ruhig ein“, fasste Gottheil zusammen. Eine Notwendigkeit zur vorsorglichen Durchführung von Reihentests werde augenblicklich nicht gesehen.

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