Normalität hält größtenteils in den Salons Einzug
„Stellenwert des Friseurs ist gestiegen“

Rosendahl. Niemals hätte Petra Herrmanns gedacht, dass sich früh morgens um 7 Uhr jemand vor ihr die Haare schneiden lässt. Dass das aber in der Tat so war, hat sie bei der Wiederöffnung nach der Corona-Zwangspause festgestellt. „In den ersten Wochen haben wir von früh morgens bis spät abends gearbeitet. Das war schon heftig“, blickt die Geschäftsführerin von Pepes Haarmoden in Darfeld zurück. Auch wenn es bei Herrmanns keine festen Öffnungszeiten gebe, „es läuft mittlerweile alles ziemlich normal.“ Ähnliches berichten auch Dieter Bronstering, der je einen Salon in Holtwick und Osterwick führt, sowie Nicole Wegmann vom Eck-Friseur.

Freitag, 31.07.2020, 17:08 Uhr
Normalität hält größtenteils in den Salons Einzug: „Stellenwert des Friseurs ist gestiegen“
Das Tragen einer Gesichtsmaske ist auch weiterhin Pflicht. Dieter Bronstering, Inhaber der gleichnamigen Salons in Holtwick und Osterwick, berichtet, dass die Normalität dennoch größtenteils Einzug gehalten hat. Foto: Leon Seyock

„Nachdem die ersten drei Wochen stürmisch waren, hat es sich mittlerweile beruhigt“, schildert Dieter Bronstering. Auch kurzfristig seien wieder Termine zu bekommen. Obwohl der große Ansturm nun der Vergangenheit angehöre; „die Maßnahmen greifen dennoch weiterhin“, betont Bronstering. So muss weiterhin jeder Kunde, egal in welchem Salon, eine Maske tragen, durch Entfernen einiger Plätze wird sichergestellt, dass der Abstand eingehalten wird und es muss sich in eine Kontaktliste eingetragen werden. „Außerdem müssen wir nach wie vor bei jedem Kunde, egal ob Mann, Frau oder Kind, die Haare waschen“, sagt Dieter Bronstering. Das habe schon einige Male zu Missverständnissen geführt, „zum Beispiel, wenn die Kunden mit nassen und augenscheinlich frisch gewaschenen Haaren zu uns kommen.“ Trotzdem müssen auch diese Kunden zuerst am Waschbecken Platz nehmen.

„Das Verständnis für die Maßnahmen ist im Großen und Ganzen da“, hat Nicole Wegmann in ihrem Salon, dem Eck-Friseur in Osterwick, festgestellt. Zwar gebe es einige, „die kein Freund von der Maske werden“, die Einsicht, dass diese getragen werden muss, sei aber da. „Wir bedienen unsere Kunden aktuell an nur vier anstatt sechs Plätzen. Wir müssen also auch bei der Terminvergabe darauf achten, dass wir nicht zu viele Kunden gleichzeitig annehmen“, schildert Wegmann. Zudem seien nicht alle Kollegen gleichzeitig im Salon. „Generell sind wir aber sehr froh, dass wir wieder arbeiten können.“

Über sechs Wochen waren die Friseur-Salons geschlossen. Dieter Bronstering berichtet, dass in dieser Zeit seine Kollegen auch private Anfragen nach Schnitten bekommen hätten. Diese seien aber strikt abgelehnt worden. „Dafür lassen sich einige Kunden ihre Haare jetzt extra ein Stück kürzer schneiden. Falls eine zweite Welle kommen sollte“, hat Bronstering bemerkt.

Zwar könne er in seinen Salons wieder Schnitte und mit zusätzlichem Schutz durch FFP2-Masken Arbeiten im Gesicht durchführen, „was uns allerdings noch immer fehlt sind die Kunden, die sich für ihre Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage bei uns die Haare frisieren lassen.“ Nicht nachvollziehbar sei für Bronstering der Fakt, dass Feiern in geschlossenen Räumen mittlerweile wieder mit 150 Personen erlaubt seien, im Friseur-Salon hingegen zwei Meter Abstand eingehalten und dadurch an weniger Plätzen gearbeitet werden könne. „Wir warten nun auf die nächsten Lockerungen. Einige habe es bereits gegeben, so dürfen wir wieder Zeitschriften und Getränke ausgeben“, berichtet er. „Die Maske wird uns aber weiterhin begleiten.“

So lange die Zwangspause auch andauerte und so chaotisch die ersten Wochen nach der Öffnung auch waren – über eine Sache freut sich Petra Herrmanns: „Ich bin dankbar, dass bei vielen der Stellenwert des Friseurs wieder deutlich gestiegen ist.“

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