Gregory Arby reist heute nach 14 Monaten zurück nach Indien
„Die Studenten warten schon auf mich“

Rosendahl. Noch ein letztes Mal sind sie in einer gemeinsamen Runde zusammengekommen. Die vier Pfarrer der Gemeinde – Dirk Holtmann, Hubert Hambrügge, Ulrich Derstappen und Otto Banse – sitzen mit Gregory Arby an einem Tisch, trinken gemütlich Kaffee und plaudern. Viel zu erzählen gibt es sicherlich – denn Gregory Arby, der 14 Monate lang die Kirchengemeinde Ss. Fabian und Sebastian unterstützt hat, reist heute zurück in seine Heimat nach Kerala im Süden Indiens. Er nutzt die letzten Tage in Rosendahl nicht nur, um seine Koffer zu packen, sondern auch, um auf seine Zeit in Deutschland zurückzublicken.

Montag, 03.08.2020, 06:03 Uhr
Gregory Arby reist heute nach 14 Monaten zurück nach Indien: „Die Studenten warten schon auf mich“
Ein letztes Mal sind die Pfarrer der Gemeinde zusammengekommen, um Gregory Arby (2. von rechts) zu verabschieden. Nach 14 Monaten Dienst in der Kirchengemeinde Ss. Fabian und Sebastian reist er heute zurück in seine Heimat nach Indien. Otto Banse (von links), Dirk Holtmann, Ulrich Derstappen und Hubert Hambrügge freuen sich bereits jetzt auf ein Wiedersehen. Foto: Leon Seyock

Gute Freundschaften, die er geschlossen hat, hätten ihn durch die gesamte Zeit begleitet. „Ich hatte außerdem viel Zeit zum Beten und habe ein Buch zum Thema Dreifaltigkeit übersetzt“, berichtet Arby. Auch in den Predigerdiensten und in der Seelsorge war er das gesamte Jahr lang aktiv. „In Darfeld ist er sehr bekannt und beliebt“, betont Pfarrer em. Otto Banse. „Er war immer ansprechbar und hatte ein offenes Ohr für die Kirchengemeinde. Das wissen wir sehr zu schätzen.“

In seiner freien Zeit genoss Gregory Arby besonders das Radfahren, „denn das geht hier wunderbar“, findet er. Auch einige Vorlesungen in der Universität in Münster hat er währenddessen besucht.

„Eigentlich“, schildert Gregory Arby, „wäre ich schon im Mai zurück nach Indien gereist. Das ging aber wegen des Corona-Virus nicht.“ Es hätte an Flugverbindungen gefehlt, außerdem hätte er in Indien wegen Schutzmaßnahmen gar nicht erst einreisen dürfen. „Viele Inder arbeiten im Ausland und haben das Virus mit ins Land gebracht“, berichtet Arby. So blieb er einige Wochen länger als geplant in Rosendahl.

Die 14 Monate, die der 56-Jährige in der Rosendahler Kirchengemeinde verbracht hat, galten für Arby als Sabbatjahr. Denn beruflich arbeitet er als Professor in einem Priesterseminar. „140 Studenten und 16 Professoren sind dort“, berichtet Gregory Arby aus seiner Heimat. Das ist auch der Grund, warum er bereits im Mai zurückreisen wollte: „Dann fängt das neue Semester in Indien an. Jetzt ist August. Die Studenten warten schon auf mich“, sagt er freudig.

Theoretisch, überlegt der Leitende Pfarrer Dirk Holtmann, hätte er auch den Unterricht online von Deutschland aus geben können – denn auch in Indien lernen die Studenten aktuell von zu Hause aus. „Wenn da nicht die Zeitunterschiede wären“, merkt er an. Umso größer ist nun die Vorfreude bei Gregory Arby, dass er bald wieder seiner Arbeit als Professor nachgehen kann. Warten muss er damit allerdings noch mindestens zwei Wochen: „Wenn Gregory in Indien einreist, muss er sich zuerst 14 Tage in Quarantäne begeben“, sagt Holtmann. Wie es danach für ihn weitergeht, das wisse er noch nicht ganz genau.

Fest steht für ihn aber bereits, dass Gregory Arby eines Tages wieder nach Rosendahl zurückkommen möchte. „Das geht dann aber nur im April und Mai, wenn in Indien Semesterferien sind“, sagt er. Das 20. Mal war Arby jetzt in Rosendahl – damals war er jeweils für einige Wochen im Sommer als Urlaubsvertretung im Lande. „Das geht dann natürlich nicht mehr.“

Pfarrer em. Hubert Hambrügge und Gregory Arby pflegen eine enge Freundschaft, seitdem sie sich vor 20 Jahren kennengelernt haben. Arby wohnte mit bei ihm im Haus und Hambrügge hat den Inder schon mehrere Male in seiner Heimat besucht. „Die nächste Reise war für den Oktober geplant“, sagt Hubert Hambrügge. Doch auch hier habe Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Deshalb mussten wir die Reise verschieben. Wir werden uns aber bald wiedersehen. Da bin ich mir ganz sicher“, lächelt Hambrügge.

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