Mögliche Hinterlandbebauung in Holtwick
Viele Fragen zu neuen Häusern noch offen

Holtwick. Sehr viel Platz bietet der Bereich nördlich der Nordstraße in Holtwick. So viel Platz, dass die Verwaltung im Gebiet rund um Marienstraße, Prozessionsweg, Josefstraße, Nordstraße und Droste-Vischering-Straße Potenzial sieht, neues Bauland auszuweisen. „Wir wollen als Gemeinde die Verdichtung in Rosendahl weiter nach vorne bringen“, erklärte Stephanie Schlüter vom Fachbereich Planen und Bauen auf AZ-Nachfrage. Im jüngsten Planungs-, Bau- und Umweltausschuss hatte Schlüter erste mögliche Entwürfe für einen Bebauungsplan vorgestellt. So biete das Areal insgesamt Platz für rund 40 neue Grundstücke.

Donnerstag, 03.09.2020, 05:51 Uhr
Mögliche Hinterlandbebauung in Holtwick: Viele Fragen zu neuen Häusern noch offen
Die Gemeinde sieht Nachverdichtungspotenzial im Gebiet rund um Marienstraße (links), Prozessionsweg (oben), Josefstraße (Mitte), Nordstraße (unten) und Droste-Vischering-Straße (rechts). Die Verwaltung will aber nur dann aktiv werden, wenn die Mehrheit der Eigentümer das wünscht. Zeichnungen: Kreis Coesfeld Foto: az

Bereits im Jahr 2014 war ein Beuleitplanverfahren im Bereich der Droste-Vischering-Straße und Josefstraße geplant gewesen. „Aufgrund der hydraulischen Überprüfung der umliegenden Abwasserkanäle wurde dieses nicht mehr weitergeführt“, erläuterte Stephanie Schlüter vor den Mitgliedern des Ausschusses. Nun soll ein neuer Anlauf gestartet werden. „Es gab teilweise schon konkrete Bauwünsche von Grundstücksbesitzern“, verrät Stephanie Schlüter. Damit das Projekt auch realisiert werden kann, müsse sich allerdings eine große Mehrheit der Eigentümer für dieses aussprechen.

Um ein erstes Stimmungsbild einzufangen, hat die Gemeinde deshalb 55 Schreiben an die Grundstückseigentümer verschickt. Von den 39 eingegangenen Rückmeldungen hätten sich allerdings nur Eigentümer von 18 Grundstücken für eine Bauleitplanung ausgesprochen, Eigentümer von 20 Grundstücken lehnen dies ab, eine Person habe keine Entscheidung treffen können, wie Stephanie Schlüter vorstellte. „Aus persönlichen Gesprächen hat sich herausgestellt, dass sich viele ein Baurecht sichern möchten, aber nicht kurzfristig bauen wollen“, führt sie aus. Allerdings sei auch einige Male die Frage nach Bauzwang aufgekommen.

Wir haben ehrlich gesagt mit einer höheren Anzahl an Interessenten gerechnet“, gibt Stephanie Schlüter zu. „Wir wollen jetzt noch persönliche Gespräche führen, um mehr Akzeptanz für das Projekt zu schaffen.“ Dazu sei eine Eigentümerversammlung in der Turnhalle geplant, die bis jetzt coronabedingt noch nicht hätte stattfinden können. Geklärt werden müsse in diesem Zuge auch, wer für die aufgekommenden Kosten der Bauleitplanung aufkommt. Da ohne eine Regenrückhaltung oder die Herstellung neuer Kanäle die Realisierung der Hinterlandbebauung kaum möglich sei, stellt sich auch hier eine Kostenfrage. Dazu ist unklar, ob Grundstückseigentümer bereit sind, Flächen für eine Regenrückhaltung abzugeben. „Im Rahmen der Umfrage haben sich nur zwei Eigentümer bereit erklärt, Kosten zu übernehmen“, so Stephanie Schlüter. Ebenfalls fraglich ist, wie die Erschließung des Gebietes zu sichern ist. Diese könne möglicherweise über Vorderliegergrundstücke oder eine Baustraße, die durch die beiden Gebiete geführt wird, ermöglicht werden. Bei zweiterer Alternative müssten Grundstückseigentümer aber bereit sein, Teilflächen für die Straße abzugeben. Viele Fragen sind also noch offen – erste Antworten soll die Eigentümerversammlung bringen. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest. 7 Bei Fragen können sich Anwohner und Eigentümer an Stephanie Schlüter unter Tel. 02547/77-138 oder per E-Mail an stephanie.schlueter@rosendahl.de wenden.

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