Christoph Gottheil kandidiert erneut als Bürgermeister
Mit Rückenwind Richtung Rathaus

Rosendahl. Der Spagat zwischen Arbeit und Freizeit ist zuweilen nicht ganz einfach. Christoph Gottheil, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Rosendahl, hat für sich eine Lösung gefunden. „Wenn es wetterbedingt möglich ist und ich es auch zeitlich schaffe, fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit“, erklärt er lächelnd. Seine Route von den eigenen vier Wänden in Holtwick bis hin nach Osterwick hat er dabei entlang der Midlicher Straße auf knapp acht Kilometer gestreckt. „In diesen 20 Minuten habe ich körperlich etwas für mich getan, und ich komme auch mit einem ganz anderen Gefühl an“, sieht Gottheil viele Vorteile. „Freizeit und Arbeit werden von mir rund um das Fahrrad geplant.“ Am liebsten will er auch in den nächsten fünf Jahren Richtung Rathaus radeln. Nach seiner ersten Amtszeit kandidiert der parteilose Gottheil erneut für das Bürgermeisteramt.

Samstag, 05.09.2020, 04:14 Uhr
Christoph Gottheil kandidiert erneut als Bürgermeister: Mit Rückenwind Richtung Rathaus
Das Fahrrad ist für Bürgermeister Christoph Gottheil die perfekte Möglichkeit, um das Hobby und den Beruf zu verbinden. So fährt er, wenn möglich, mit dem Drahtesel zur Arbeit. Foto: Leon Eggemann

„Wir haben mit den Kollegen in der Verwaltung und auch mit den Ratsfraktionen einen schnellen Übergang zu offener und konstruktiver Zusammenarbeit geschafft“, ist Christoph Gottheil glücklich über die bisherige gemeinsame Arbeit im Rathaus. Besonders stolz mache ihn dabei die Zusage für das Dorfgemeinschaftshaus in Darfeld. „Es hat mich sehr gefreut, dass wir mit viel Arbeit eine Fördersumme von 1,6 Millionen Euro nach Rosendahl holen konnten“, sagt der Bürgermeister. Ebenfalls positiv verlaufen sei die vorangebrachte Unterhaltung von Schulen und Straßen. „Gleichzeitig wurden Schulden in Höhe von drei Millionen Euro bei den Investitionskrediten abgebaut“, ergänzt Gottheil.

Ausruhen will er sich auf diesen Erfolgen nicht, wohlwissend, dass in Rosendahl noch so einige Projekte realisiert werden sollen. „Ich hätte gerne schon in meiner ersten Wahlperiode präsentierbare Ergebnisse zu Wohn- und Werbegebieten gehabt“, zeigt sich der 48-Jährige selbstkritisch. „Da sind wir jetzt noch in einer Art Vorstufe.“ Mehr Wohnraum zu schaffen, stehe deshalb für die kommenden Jahre genauso stark im Fokus wie die An- und Umbaumaßnahmen der Feuerwehrgerätehäuser in Osterwick und Darfeld sowie die Digitalisierung in den Schulen. „Große Aufgaben erwarten uns auch im Bereich der Abwasserbeseitigung sowie der Umgang mit den Kläranlagen“, ergänzt Gottheil. Was den Klimaschutz betrifft, wolle er eine LED-Umstellung der Straßenbeleuchtung vorantreiben. „Nach fünf Jahren möchte ich diese Projekte realisiert haben – daran muss ich mich schlussendlich messen lassen“, schaut der eingefleischte Rosendahler voraus.

Eine kleine Zwischennote für seine erste Amtszeit habe er indirekt bereits bekommen. „Es hat seitens der Parteien keine Nominierung eines Gegenkandidaten gegeben – daraus schließe ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut er sich. Ohne Gegenkandidaten habe sich allerdings sein Wahlkampf um 180 Grad gedreht – auf Plakate oder Gespräche an der Haustür hat er verzichtet. „Vielmehr möchte ich den Bürgern mit meiner Kandidatur ein Angebot machen – meine tägliche Arbeit soll dabei dieses Angebot unterstreichen“, betont Gottheil. Grundsätzlich könne er sich vorstellen, drei Wahlperioden lang als Rosendahler Bürgermeister zur Verfügung zu stehen. „Wenn das gewünscht ist, ich weiter Spaß an der Arbeit habe und die Gesundheit mitspielt“, merkt der gelernte Diplomverwaltungswirt an.

Bei den Hobbys muss er für den Beruf allerdings Abstriche in Kauf nehmen. „Ich versuche bei den Vereinstätigkeiten zumindest jedes zweite Mal da zu sein“, sagt Gottheil, aktiver Fußballer bei den Alten Herren von SW Holtwick und zugleich mit dem Tenorhorn Teil der Musikkapelle Holtwick. Auch die Freizeit mit der Familie wird intensiver gestaltet. „Nach Möglichkeit bin ich bei den Spielen meiner Jungs dabei“, hat der Vater das Fußball-Gen an seine Söhne Jonas (16) und Lukas (13) vererbt. Hinzu kommt freie Zeit, die für seine Frau Nicole eingeplant ist. „Das Leben ist tatsächlich sehr getaktet – ich versuche allem gerecht zu werden“, lacht Gottheil. Und wenn der Spagat aufgrund abendlicher Ausschüsse oder Ratssitzungen zwischenzeitlich schwerer fällt, wartet in der Garage immer noch der Drahtesel.

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